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Rommerskirchen
Die Ghorbanis dürfen bleiben

Rommerskirchen: Die Ghorbanis dürfen bleiben
Planungssicherheit für die nächsten drei Jahre: Hadi Ghorbani, Somaye Khezri und ihre beiden sieben- und zweijährigen Söhne Parsa (2.v.r.) und Yasa (l.) dürfen in Rommerskirchen bleiben. FOTO: Anja Tinter
Rommerskirchen. Dem Asylantrag der aus dem Iran geflüchteten vierköpfigen Familie wurde stattgegeben. Sie hat jetzt eine Aufenthaltsgenehmigung für drei Jahre. Wie es danach für die kürzlich getauften Christen weiter geht, muss sich zeigen. Von Bernd Rosenbaum

Die Erleichterung ist Somaye Khezri deutlich anzusehen: Endlich haben sie und ihr Mann Hadi Ghorbani das langersehnte Papier in der Hand. Nach vielen Monaten des Wartens und nach mehreren Interviews steht fest: Das Ehepaar, das im November 2015 mit seinen beiden Söhnen Parsa und Yasa aus dem Iran geflohen ist, darf in Deutschland bleiben. Das Bundesministerium für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat dem Asylantrag der Familie stattgegeben. "Sie haben uns sogar eine Aufenthaltsgenehmigung für drei Jahre gegeben", freut sich Somaye. Sie hatte ihre Hoffnungen tief angesetzt und hätte sich auch schon darüber gefreut, wenn die Bleibeerlaubnis zunächst nur für ein Jahr ausgesprochen worden wäre. Doch so hat die Familie jetzt endlich ein wenig Planungssicherheit.

Seit Januar 2016 lebt die Flüchtlingsfamilie in Rommerskirchen - nachdem sie zuvor die gefährliche Überfahrt über das Mittelmeer in einem Schlepperboot riskiert hatte und über Griechenland, Mazedonien, Serbien, Kroatien und Österreich nach Deutschland kam. In seiner Heimat Iran wurde der Kurde Hadi politisch verfolgt und mit dem Tode bedroht. Darum entschloss er sich schweren Herzens zur Flucht. Durch die Nähe der Unterkunft in Eckum, wo die Familie zunächst untergebracht war, zur evangelischen Gemeinde lernten die Geflüchteten zunächst einzelne Gemeindemitglieder und später auch Pfarrer Thomas Spitzer kennen. Mit dem Christentum setzt sich das iranische Ehepaar schon seit Jahren auseinander, mit dem Islam habe sie nie etwas anfangen können, sagt Somaye. Die Werte, für die das Christentum steht, ließen bei dem Ehepaar schließlich den Wunsch entstehen, Teil dieser Glaubensgemeinschaft werden zu.

Vor über einem halben Jahr ließ sich schließlich die gesamte Familie von Pfarrer Spitzer taufen. Mittlerweile spricht Somaye schon fast fließend Deutsch, sie und ihr Mann haben fleißig gelernt. Bei ihrer Ankunft in Rommerskirchen sprachen sie nur kurdisch und einige wenige Brocken Englisch. Und auch der siebenjährige Sohn Parsa, der die Frixheimer Grundschule besucht, kann sich inzwischen schon gut auf Deutsch verständigen. Nachdem sie nun die Aufenthaltserlaubnis haben, dürfen Hadi und Somaye endlich auch offiziell Sprachkurse besuchen. Bisher haben sie vor allem mit Maria Sassin gelernt, der Rommerskirchener Lyrikerin, die sich seit geraumer Zeit um Flüchtlingsfamilien kümmert, ihnen im Alltag hilft und sie bei Behördengängen unterstützt. Auch die Ghorbanis betreut sie seit vielen Monaten.

Für die vierköpfige Familie hat sich unlängst gleich noch eine erfreuliche Perspektive ergeben. Nachdem sie bisher in einer Sozialwohnung untergebracht ist, die ihnen nun aber jederzeit aberkannt werden kann, da sie ja jetzt eine -wenn auch befristete - Aufenthaltsgenehmigung hat, hat die Familie nun gute Chancen auf eine von privat vermietete Wohnung. Für die Ghorbanis wäre das eine sehr erfreuliche Perspektive.

Quelle: NGZ
 
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