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17-Jähriger meldete sich bei der Polizei
Rommerskirchener strandet ohne Gedächtnis in Dortmund

Dortmund. Ein als vermisst gemeldeter Jugendlicher mit Gedächtnisverlust, eine erfolgreiche Öffentlichkeitsfahndung – ein Fall mit vielen offenen Fragen: Ein 17-Jähriger aus Rommerskirchen hat am Montagabend auf einer Dortmunder Polizeiwache um Hilfe gebeten. Von Simon Janßen

"Er wisse nicht, wo er sich befinde und auch nicht, wer er sei, gab der junge Mann an", teilte die Polizei mit. Mit einer Einverständniserklärung des jungen Mannes veröffentlichte die Dortmunder Polizei am Dienstag ein Foto von ihm. Circa eine halbe Stunde später gab es den ersten Hinweis, der bereits seine Identität klären konnte.

Wie die Neusser Polizeisprecherin Diane Drawe mitteilte, wurde der junge Mann am Montagabend als vermisst gemeldet. Er habe um 13 Uhr die Wohnung in Rommerskirchen verlassen, um sich auf den Weg zur Schule zu machen. Dort sei er nie angekommen. Wie und wieso er ins mehr als 100 Kilometer entfernte Dortmund gefahren ist, ist bislang offen.

Neusser Neurologe erklärt Amnesie

Wie die Dortmunder Polizeisprecherin Nina Vogt mitteilte, verbrachte der Jugendliche die Nacht auf Dienstag in einem Dortmunder Krankenhaus. Dort stellten die Experten eine retrograde Amnesie fest. Dies ist eine spezielle Form des Gedächtnisverlustes, für den ein Schädel-Hirntrauma zu den häufigsten Ursache zählt, wie Professor Jan Sobesky, Chef der Neurologie am Johanna-Etienne-Krankenhaus in Neuss, erläutert. Insbesondere bei jungen Leuten könne aber auch Drogenkonsum oder ein psychischer Schock in Betracht kommen.

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Betroffene können sich nicht mehr nur an das Ereignis selbst nicht erinnern, auch ein mehr oder weniger großer Zeitraum, der ihm vorangegangen ist, entzieht sich der Erinnerung. Ein Beispiel: Wer mit dem Fahrrad stürzt, kann sich weder an den Sturz, noch daran erinnern, dass er überhaupt Rad gefahren ist. Die Dauer ist unterschiedlich: Der "Klassiker" ist nach den Worten von Professor Sobesky, dass eine solche Amnesie "Minuten bis wenige Stunden" anhalte.

 

Anmerkungen der Redaktion: Das Fahndungsfoto, das die Polizei veröffentlichte, haben wir gelöscht, da der Jugendliche identifiziert ist. Außerdem hatte die Dortmunder Polizei den 17-Jährigen zunächst als Neusser bezeichnet, dies war falsch, der Jugendliche lebt in Rommerskirchen. Wir haben die Meldung entsprechend korrigiert. 

 
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