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Rommerskirchen
Drei Künstler mit verschiedenem Blues

Rommerskirchen: Drei Künstler mit verschiedenem Blues
Der amerikanische Blues-Sänger und Gitarrist Tom Shaka trat ebenso wie seine Kollegen Guy Verlinde (Belgien) und Matti Norlin (Schweden) beim musikalischen Brunch im Kreiskulturzentrum in Sinsteden auf. FOTO: Anja Tinter
Rommerskirchen. Musikalischer Brunch mit hochkarätigen Solo-Musikern begeisterte gestern die Besucher im Kreiskulturzentrum Sinsteden. Von Klaus Niehörster

Das war ein sonntäglicher Konzertmittag zum Staunen in jeder Beziehung. Um solchen Blues reinsten Wassers, vorgetragen von hochkarätigen Solo-Musikern, zu hören zu bekommen, ist der Rheinische Kultursommer genau die richtige Adresse.

Beispielsweise erwies sich dieser schmucke kulturelle Brennpunkt Sinsteden als absoluter Treffer. Äußerlich dem traditionellen Brauchtum und der Landwirtschaft gewidmet, werden dort seit Jahren musikalische Vorlieben gefördert und gepflegt, die weltweit einen sehr hohen Rang in der Beliebtheit belegen.

Und weil ländliches Ambiente en passant mitgeliefert wird, nehmen sich diese Country-nahen Klänge in dieser Location begeisternd aus. Obendrein ergeben sich in der Historie des Kulturzentrums feste Verbindungen zu Amerika, weshalb die Nähe zu dieser Art des Musizierens naheliegend ist.

Individuelle Begeisterung spielte bei den zahlreichen Besuchern eine große Rolle. Sie goutierten die originellen Blues-Vorträge der internationalen Interpreten Guy Verlinde (Belgien), Tom Shaka (USA) und Matti Norlin (Schweden), die ihren Höhepunkt in deren gemeinsamem Auftritt fanden. Kathrin Wappenschmidt, Leiterin des Sinstedener Kulturzentrums, benennt das "Shouting" im Programm als eine Art spartanischen Gesangs und verweist auf Rockband-Nähe. Von den ursprünglichen "Roots" bis zu weiten Klangwelten fächert sich der Blues auf. Oft klingt Country-Musik an und macht die niederrheinische Börde mit einem Schlag dem Mittleren Westen der Vereinigten Staaten ähnlich.

"Blues ist meine Welt", bekennt Ulrich Weidenhaupt, der mit seiner Frau Wilhelmine eine führende Rolle im ehrenamtlichen Team spielt. Er spricht vom Texas-Blues, vom hypnotischen Mississippi-Hill-Country-Blues und animiert seine Sitznachbarn dazu, noch weitere Varianten beizusteuern. Sogar einen Rhythmusgeber, im Fachjargon Foodstumping, haben die Ehrenamtlichen aus ihrer Werkstatt beigesteuert, um das Konzertieren möglichst stilgerecht rüberzubringen. Und der funktioniert prächtig.

Beim Musizieren der drei Sänger und Gitarrenspieler, jeweils in einer Person, geht es immer um Geschichten. Das sind traurige, fröhliche und ländliche mit viel Sentiment. Prompte Rückmeldungen der Zuhörer bleiben nicht aus, denn diese in Töne gefasste Leidenschaft trifft bei den Menschen auf einen dafür höchst empfindlichen Nerv. Dieses Feedback löst aber auch bei den Künstlern Effekte aus. So ist Guy Verlinde ("fühle mich hier wie zu Hause") über Nacht aus der Schweiz angereist. Das war ihm der mittägliche Auftritt in Sinsteden allemal wert.

Neben diesem Roots-Spezialisten hatte Tom Shaka aus den USA seinen Auftritt. Er hat mit ungemein präzise und gefühlvoll gespielter Gitarre eine ureigene Vorstellung vom Blues. Mit jedem Zupfen der Saiten ist zu spüren, wie ihm diese Musik im Blut liegt. Weiter noch holt der Schwede Matti Norlin aus, der mittelalterliche mit neuzeitlicher Folklore mit Blues, Rock und sogar mit Heavy Metal zusammenbringt.

Jeder hat seine Performance und drückt dem Blues-Konzert seinen individuellen Stempel auf. Das Publikum dankte es mit rauschendem Beifall.

Quelle: NGZ
 
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