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Rommerskirchen
DRK-Blutspendeteam droht das Aus

Rommerskirchen: DRK-Blutspendeteam droht das Aus
Das DRK-Blutspendeteam in Rommerskirchen (v.l.: Anni Lörkens, Magdalene Schnelting, Eva Masur und Rosel Neuen) besteht nur aus Frauen. Aus Altersgründen wollen die meisten bald aufhören. FOTO: Lothar Berns
Rommerskirchen. Die zwölf Ehrenamtlerinnen sind zwischen 70 und 80 Jahre alt und möchten ihre Tätigkeit gerne Jüngeren überlassen. Zum Jahresende wollen die meisten sich zurückziehen - zumindest nach und nach. Doch Nachwuchs ist nicht in Sicht. Von Stefan Schneider

Brötchen schmieren und Kaffee kochen und ausschenken an rund 100 Besucher, dazu Rahmenbedingungen schaffen, dass die Organisation läuft wie geschmiert und alle sich wohlfühlen: Das ist schon eine ordentliche Herausforderung, vor allem für ältere Semester. Die zwölf Ehrenamtlerinnen aus der Rommerskirchener Ortsgruppe des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), die das Blutspendeteam in der Gemeinde bilden, haben ihren freiwilligen Dienst zum Teil drei, vier oder gar Jahrzehnte lang klaglos ausgeführt. Doch jetzt sind sie zwischen 70 und 80 Jahre alt - und merken, dass ihre Kräfte nachlassen. Deshalb suchen sie dringend jüngere Nachfolger. Wenn sich niemand findet, droht dem Blutspendeteam in Rommerskirchen das Aus.

"Alle sind sehr rege und helfen gern, aber Ende des Jahres werden die meisten aus Altersgründen aufhören", berichtet die Vorsitzende Rosel Neuen, selbst 80 Jahre alt und schon seit 50 davon für das DRK aktiv. "Wenn sich bis dahin niemand meldet, wäre es wohl das Ende für die Blutspendeaktionen im Ort", befürchten Neuen und ihre Stellvertreterin Magdalene Schnelting (76). Von diesen Aktionen gibt es jährlich fünf in Rommerskirchen, "eine mehr als in anderen Städten und Gemeinden im Rhein-Kreis", wie Neuen und Schnelting nicht ohne stolz erzählen. Im Schnitt kämen etwa 100 Spender zu den Terminen, darunter stets bis zu zehn Neuspender. "Unterm Strich kommen im Jahr etwa 600 Blutkonserven bei uns zusammen", sagt Neuen.

Dass DRK sei bei der Durchführung der Blutspendetermine auf engagierte Ehrenamtler angewiesen, betont Stephan David Küpper, Pressesprecher beim DRK-Blutspendedienst West. Deshalb wolle man versuchen, bei der Suche nach jüngeren Nachfolgern in Rommerskirchen zu helfen. Eine Möglichkeit: "Wir schreiben Menschen an, die selbst spenden. Die wissen um die Abläufe und haben schon eine Vorstellung davon, was für Ehrenamtler zu tun ist. Dass es immer schwieriger wird, an Helfer unter 50 heranzukommen, ist Küpper klar: "Die meisten sind vielfältig eingebunden, haben Familie, sind beruflich eingespannt und müssen als Pendler oft weite Wege zum Arbeitsplatz und zurück zurücklegen. Da bleibt fürs Ehrenamt kaum noch Zeit." Solche Probleme gebe es keineswegs nur in Rommerskirchen.

Küpper sagte im Gespräch mit unserer Zeitung zu, das Problem in der Gemeinde beim DRK-Kreisverband Grevenbroich zu schildern, dem die Rommerskirchener angegliedert sind - und dort um Unterstützung zu bitten.

Sehr viel mitbringen müssten interessierte Neulinge nicht, sagen Neuen, Schnelting und ihre Mitstreiterinnen, die bei der Einarbeitung auch helfen würden: In erster Linie seien Fleiß, Freundlichkeit, Kontaktfreude und Zuverlässigkeit wichtig. Um die Blutabnahmen selbst kümmern sich DRK-Profis.

Quelle: NGZ
 
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