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Rommerskirchen
Ein Spezial-Staubsauger für die Akten

Rommerskirchen. Der Eckumer Martin Lambertz stellte im Archiv eine moderne Form vor, wie Akten staubfrei werden. Von Sebastian Meurer

Vielen, die an alte Archivakten denken, wird die nicht zuletzt mit Staub assoziieren. Durchaus zu Recht, wie jetzt Martin Lambertz vom Kreisarchiv beim Tag der Archive in Zons deutlich machte. Lambertz, der aus Eckum stammt, betreut dort seit vergangenem Jahr Bestände aus dem 2013 an den Kreis übergegangenen Gemeindearchiv Rommerskirchen und die waren teilweise in einem Zustand, der mit staubig zumindest ansatzweise korrekt beschrieben ist.

Beim Tag der Archive demonstrierte der Historiker, wie die geschichtsträchtigen Urkunden gereinigt werden. Gebraucht wird auch dort ein Staubsauger, wobei sich der indes nicht wie Loriots Fabrikat der Marke Heinzelmann durch besondere Saugkraft auszeichnet. Im Kreisarchiv ist denn auch kein zu geradezu poetischen Werbesprüchen animierender Heinzelmann im Einsatz, sondern ein prosaischer Industriestaubsauger namens "Nilfisk Alto". Bei dem kommt es auch weniger auf die - ohnehin erhöhte - Saugkraft an, vielmehr ist es ein spezieller Filter, der für die Staubklasse H bestimmt ist und dem Staub effektiv den Garaus macht. "Zwischen 3000 bis 3500 Akten" sind es, die -auch mit anderen Methoden - in Schuss gebracht werden müssen. Sie stammen aus der Preußenzeit bis 1945", so Martin Lambertz.

Zu den eifrigen Nutzern gerade dieser Personenstandsakten zählen die Mitglieder des Geschichtskreises Rommerskirchen. Dessen Sprecher Klaus Erdmann und einige Mitstreiter mochten sich die ungewöhnliche, wenn auch letztlich eher unspektakuläre Reinigungsaktion in Zons nicht entgehen lassen. Die Befürchtungen Erdmanns angesichts des 2012 vom Gemeinderat beschlossenen Übergangs des Archivs an den Rhein-Kreis haben sich längst zerstreut. "Sehr zuvorkommend" würden er und seine Mitarbeiter im Kreisarchiv behandelt, ist Erdmann voll des Lobs. Bestens sind auch die Beziehungen zu Martin Lambertz. Der hatte schon vor einigen Jahren die vom Geschichtskreis wieder öffentlich zugänglich gemachte Chronik des einstigen Rommerskirchener Pfarrers Christian Heinrich Aumüller bearbeitet und auch für sein Studium nutzen können.

Quelle: NGZ
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