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Rommerskirchen
Eiszeit zwischen Rat und Frankreichfans

Rommerskirchen: Eiszeit zwischen Rat und Frankreichfans
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Rommerskirchen. Der 2015 entbrannte Streit zwischen Ratsmehrheit und dem Partnerschaftskomitee Mouilleron le Captif unter seinem Vorsitzenden Michael Willmann ging jetzt in die nächste Runde. Beantragte Zuschüsse hat der Rat jedoch bewilligt. Von Sebastian Meurer

Die Beziehungen zwischen dem Partnerschaftskomitee Mouilleron le Captif und dem Rat bleiben angespannt. Nachdem der Streit um die Jugendbegegnung 2015 im Herbst nur noch kurz einmal aufflackerte, war der Krach im Rat jetzt fast schon programmiert. CDU-Fraktionschef Michael Willmann hatte erst wenige Minuten zuvor den dann von der Union abgelehnten Haushaltsentwurf in Bausch und Bogen kritisiert, als er in anderer Eigenschaft gleichsam als erster Antragsteller für eine Förderung aus eben diesem Etat agierte.

Als Vorsitzender des Partnerschaftskomitees Mouilleron le Captif hatte er für den vom 5. bis 8. Mai geplanten Besuch in der Partnergemeinde um einen Zuschuss gebeten. Die Buskosten belaufen sich immerhin auf etwa 4500 Euro. Ehe der Rat am Ende 650 Euro bewilligte, schepperte es gewaltig. Heinz-Peter Gless (SPD) merkte süffisant an, wie schnell Willmann doch "die Hüte wechseln" könne, wenn er unmittelbar nach der Haushaltsablehnung eine Förderung aus eben diesem Haushalt beantrage. "Schlechtes Timing" sei es, "erst große Reden über Sparmaßnahmen zu halten" und dann einen derartigen Antrag zu stellen, meinte Gless. Schlichtweg "vermasselt" habe Willmann die Vorbereitung der Fahrt, befand Jupp Kirberg (Bündnis 90/Die Grünen). "So etwas ist in früheren Jahren ein halbes Jahr vorher geregelt worden, damit das Geld in den Haushalt einfließen kann", hielt er dem seit Ende 2014 amtierenden Komitee-Chef Willmann entgegen. "Ein Geschmäckle" hat für Heinz-Peter Gless die Tatsache, dass die offizielle Einladung aus Frankreich erst am Tage der jüngsten Mitgliederversammlung des Partnerschaftskomitees eingegangen sei. Für Gless handelt es sich um "eine nachträglich bestellte Einladung."

"Ich bin nicht alleiniger Entscheidungsträger", konterte Michael Willmann und betonte "nichts vermasselt" zu haben. An wie Heinz-Peter Gless appellierte er, im Partnerschaftskomitee mitzuwirken, statt andauernd seine Arbeit zu kritisieren.

Der Streit zwischen Rat und Komitee entbrannte vor knapp einem Jahr, nachdem Michael Willmann die Jugendbegegnung abgesagt hatte, die dann von Gemeinde und Kreisjugendamt organisiert wurde. Jupp Kirberg, seit Beginn der Gemeindepartnerschaft 2002 Jugendkoordinator, war zuvor mehr oder weniger geschasst worden.

Die am verlängerten Himmelfahrts-Wochenende Anfang Mai anstehende Tour nach Frankreich gehört zu den Traditionsveranstaltungen der Partnerschaft. Neben den 650 Euro, die die Gemeinde hier zuschießt, fördert sie die im Juli in Frankreich geplante Jugendbegegnung mit 500 Euro. Mehr ist aus Sicht der Gemeinde diesmal nicht drin, weil - voraussichtlich im Herbst - das 25-Jahr-Jubiläum der Gemeindepartnerschaft mit dem brandenburgischen Karstädt gefeiert werden soll. Für die Pflege der beiden Partnerschaften sind 4000 Euro vorgesehen, Für das Silberjubiläum mit Karstädt verbleiben noch 2750 Euro.

Quelle: NGZ
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