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Rommerskirchen
Eltern fordern: Konverter soll nach Kaarst

Rommerskirchen: Eltern fordern: Konverter soll nach Kaarst
Widdeshovener Eltern (Thomas und Rebekka Baus, v.l.) fürchten, dass Gohr wieder zu einem potenziellen kein Konverter-Standort wird. FOTO: Tinter Anja
Rommerskirchen. Etliche Widdeshovener befürchten, dass Gohr als Standort für den Amprion-Konverter wieder aktuell werden könnte. Sie wollen, dass die Kaarster "Dreiecksfläche" nicht weiter als Abbaufläche für Kies ausgewiesen wird. Von Sebastian Meurer

Die Konverter-Diskussion schien in Rommerskirchen schon beendet, ist indes unversehens wieder aktuell geworden. "Ist Kies wichtiger als wir Menschen?", fragt sich Rebekka Baus angesichts der jüngsten Kontroversen um die Standortwahl des Stromkonverters, der im Kreisgebiet errichtet werden soll.

Um ganz sicher zu gehen, dass Gohr und damit auch angrenzende Rommerskirchener Ortsteile wie Widdeshoven diesbezüglich aus dem Rennen sind, hätte die Bezirksregierung die Kaarster "Dreiecksfläche", die weiterhin als Kiesabbaufläche ausgewiesen ist, umwidmen müssen, sind Rebekka Baus und ihre Mitstreiter überzeugt - die übrigens nicht den Bürgerinitiativen "Contra Konverter" in Rommerskirchen und Gohr angehören. Rebekka Baus wohnt mit ihrer Familie im Neubaugebiet "Am Goldberg" und wäre von einem Konverterbau in Gohr unmittelbar betroffen: Der potenzielle Standort befände sich nur wenige Steinwürfe weit entfernt. Nachdem Amprion die "Dreiecksfläche" in Kaarst gekauft hatte, um dort den Konverter zu bauen, wähnten sich die Anwohner des Alternativstandortes "Gohrpunkt" zunächst auf der sicheren Seite.

"Die Bewohner der Ortsteile Widdeshoven, Hoeningen, Ramrath und Villau sehen die Entwicklung mit großer Sorge. Viele Häuser dort sind deutlich weniger als 1000 Meter von dem geplanten, 20 Meter hohen und 14 Fußballfelder großen Stromkonverter entfernt." Deshalb haben sich die Anwohner erneut in einem offenen Brief an Landrat Petrauschke gewandt, der für sie als Vorsitzender des Regionalrats in der Entscheidung um den Konverter eine entscheidende Rolle spielt. Gewählt werden sollte der am weitesten von der nächstgelegenen Wohnbebauung entfernte Standort - so lautete bislang der weithin akzeptierte Konsens. Dies galt zumindest für den ursprünglichen Favoriten Osterath, das daraufhin nicht mehr für den Konverter infrage kam, sagt Rebekka Baus. "Warum gelten für uns nicht die gleichen guten Gründe?", fragt sie sich angesichts der Tatsache, dass Kaarst unbestritten die größeren Abstandsflächen hat. Rommerskirchen/Gohr entspreche "wohl kaum einem Konverterstandort in einem geeigneten Gewerbe- und Industriegebiet fernab von geschlossener Wohnbebauung", sagt sie.

"Mit dem Wissen, dass hier einmal ein solcher Industriekoloss hinkommen könnte, hätten wir hier nicht gebaut", sagt Anke Karczewski, die mit ihrer Familie ebenfalls in Widdeshoven wohnt. "Am Goldberg" leben derzeit mehr als 20 Kinder. Im unmittelbaren Radius eines Konverters gäbe es mehrere hundert Kinder, zudem je zwei Grundschulen und Kindergärten. "Die gesundheitlichen Folgen durch Lärm- und Strahlenemission sind noch nicht ausreichend erforscht. Niemand kann uns die Angst davor nehmen", sagt Rebekka Baus, ebenfalls Mutter zweier Kinder. In ihrem offenen Brief fragt sie: "Wie kann der Regionalrat verantworten, den Kies über die Interessen und Schicksale der Anwohner zu stellen, zumal der Kiesabbau ja durchaus anderweitig gedeckt wäre?"

Quelle: NGZ
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