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Rommerskirchen
Emigrantin (95) ist in den USA verstorben

Rommerskirchen. Hilde Vosen war eine der letzten aus Rommerskirchen stammenden Jüdinnen.

Hilde Vosen, eine der letzten überlebenden Jüdinnen aus Rommerskirchen, ist am 5. September 2016 im Alter von 95 Jahren in den USA verstorben.

Dies berichtet der Historiker Josef Wißkirchen, der vor wenigen Monaten das Buch "Verfolgte Nachbarn am Gillbach - Juden in Rommerskirchen" veröffentlich hat. Hilde Vosen war 1921 in Rommerskirchen geboren und hatte als Kind noch die wachsende Verfolgung ihrer Familie erlebt. Ihr Vater Benjamin Vosen hatte am Kopfende des Marktes an der Kirchstraße eine Metzgerei und ein Viehhandelsgeschäft betrieben.

Bereits im Sommer 1938 wurde ihm beides verboten. Er handelte vorausschauend: Noch im Oktober 1938, also vor dem Novemberpogrom, floh er mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern zunächst nach Köln und von dort in die USA. Möglich wurde ihm das durch familiäre Kontakte in den Vereinigten Staaten, die ihm durch Bürgschaftserklärungen die Auswanderung ermöglichten.

Mit ihrem Mann Eric Stern konnte sich Hilde Vosen in New Rochelle im Staat New York ein neues Leben aufbauen. Sie hat drei Kinder geboren. Ihr Mann verstarb hochbetagt im Jahr 2007.

Ihre fünf Jahre jüngere Schwester Margot lebt mit ihrem Mann Siegmund Haarburger noch in Teaneck, New Jersey. Zusammen mit der 1931 geborenen Marlene Straus (gebürtige Roesberg), die in Poughkeepsie, New York, lebt, ist sie die letzte Rommerskirchener Jüdin, die noch am Gillbach ihre Kindheit verbracht hat.

Josef Wißkirchen, der seit Jahrzehnten zur Geschichte der von den Nazis verfolgten Juden im ländlichen Raum forscht, wird am 8. November im Rahmen der Reihe "Frauen-Frühstück-Fragen" im Pfarrheim St. Peter in einem Lichtbildervortrag über die Schicksale der jüdischen Familien Kaufmann und Vosen aus Rommerskirchen informieren.

(S.M.)
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