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Rommerskirchen
Entsorger lässt Papierkartons stehen

Rommerskirchen: Entsorger lässt Papierkartons stehen
Norbert Clever, Leiter des Kreisumweltamts. FOTO: anja Tinter
Rommerskirchen. Anwohner sind sauer, auch der Bürgermeister ist verärgert. Derweil beruft sich Schönmackers auf die Abfallsatzung. Von Sebastian Meurer

Die Abfuhr des Papierabfalls in den vergangenen Tagen sorgt für Ärger. "Wir haben genau wie jedes Mal drei gefüllte Kartons mit ausschließlich Papiermüll darin neben die grüne Tonne gestellt", erzählt ein Rommerskirchener (Name ist der Redaktion bekannt). Die Tonne wurde geleert, die Kartons jedoch blieben stehen. "Das Ende vom Lied: Die grüne Tonne wird erst in vier Wochen wieder abgeholt und ist jetzt schon voll", sagt der erboste Bürger. In anderen Ortsteilen hingegen ist es bei der seit Jahrzehnten vertrauten Praxis geblieben: Dort wurden auch (mit Papier) vollgepackte Kartons wie gewohnt von den Mitarbeitern der Firma Schönmackers abtransportiert. Bei der Verwaltung sind inzwischen mehrere Beschwerden eingegangen. Kurzfristige Abhilfe soll es heute geben: Ein Transportfahrzeug von Schönmackers wird laut Bürgermeister Martin Mertens noch einmal stehen gelassene Kartons abholen. "Betroffen waren mehrere Straßenzüge in Rommerskirchen und Eckum", berichtete Tiefbauamtsleiter Rudolf Reimert. Zumindest fürs Erste wird es damit allerdings sein Bewenden haben. Schönmackers scheint jedenfalls entschlossen zu sein, auch künftig keine mit Papier gefüllten Kartons mehr mitzunehmen. Wolfgang Scheuren, Regionalleiter Niederrhein bei Schönmackers Umweltdienste, verweist auf die Zuständigkeit der Gemeinde. Und in deren Satzung findet sich tatsächlich ein Passus, nach dem Papierabfall, der nicht mehr in die grüne Tonne passt, gebündelt werden muss. Allenfalls ein Pappkarton, dazu auch noch ein leerer, darf demnach neben die randvolle grüne Tonne gestellt werden. "Die Regelung stammt noch aus der Zeit von Keulertz", sagt Bürgermeister Martin Mertens. Das bis Mitte 2011 für die Abfuhr zuständige frühere Familienunternehmen aus Sinsteden hat dies allerdings nie in dieser Form praktiziert und stets auch volle Kartons mitgenommen. Ebenso wie die Firma Schönmackers, die Keulertz gekauft hat und die seit Mitte des Jahres 2011 für die Abfallentsorgung verantwortlich zeichnet.

Dass das in Kempen ansässige Unternehmen jetzt davon abzurücken scheint, hat nach den Worten der stellvertretenden Rathaussprecherin Bele Hoppe seinen Grund: "In den letzten Monaten haben sich leider die Fälle gehäuft, wo in den Kartons auch artfremde Abfälle zur Abfuhr bereitgestellt worden sind. Die befüllten Kartons stellen insbesondere bei Regenwetter ein erhebliches Problem dar, weil die Böden der Kartons aufweichen und die Abfälle beim Transport zum Entsorgungsfahrzeug auf die Straße gefallen sind."

Bürgermeister Martin Mertens zeigt sich "hochgradig verärgert", auch wenn grundsätzlich gilt, "dass nicht wilde Kippen neben den Mülltonnen entstehen dürfen". Mertens zufolge sollen jetzt "so schnell wie möglich" Gespräche mit Schönmackers geführt werden. Dabei soll es auch um die Aufstellung großer Altpapiercontainer gehen.

Bislang unbekannt war das Problem Norbert Clever, dem Leiter des Kreisumweltamts: "Wir zahlen pro Tonne Altpapier 92,95 Euro", verweist Clever darauf, dass Altpapier für alle Beteiligten ein lukratives Geschäft ist. Dass Papier stehen bleibt, ist ihm - ohne nähere Kenntnis des Sachverhalts - unverständlich: "Es rechnet sich immer für die Kommunen", beschreibt Clever die Situation.

Quelle: NGZ
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