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Rommerskirchen
Ernten ist ausdrücklich erwünscht

Rommerskirchen: Ernten ist ausdrücklich erwünscht
Ratsfrau Ulrike Sprenger freut sich über die drei Hochbeete in Rommerskirchen, an denen sich Passanten jetzt bedienen dürfen. FOTO: Anja Tinter
Rommerskirchen. In Rommerskirchen gibt es drei Hochbeete mit Rosmarin, Thymian oder Kürbissen. Selbstbedienung ist erlaubt. Von Vera Straub-Roeben

Es müssen nicht immer Blumen im Beet sein: Eine bunte und köstliche Alternative ist ein kleiner Naschgarten, wie er jetzt in Rommerskirchen an verschiedenen Stellen zu finden ist. "Die Idee dazu entstand in der Arbeitsgemeinschaft Gemeindeentwicklung", erklärt UWG-Ratsfrau Ulrike Sprenger. In dieser Arbeitsgemeinschaft treffen sich sachkundige Bürger und Politiker aus allen Fraktionen, um Ideen zu entwickeln und für deren Umsetzung zu sorgen. "In Anlehnung an die Essbare Stadt, wie zum Beispiel in Andernach, haben wir uns überlegt, dass etwas Ähnliches auch in unserer Gemeinde funktionieren könnte. Herausgekommen ist dann zwar kein privates Projekt, aber auch kein politisches: das Naschbeet."

An drei Standorten können Passanten sich jetzt bedienen: am Bahnhof, am Parkplatz hinter dem Rathaus und an der Marien-Apotheke. Dort wachsen Rosmarinzweige neben Thymian oder Bohnenkraut, das der mittäglichen Bohnensuppe den richtigen Pfiff gibt. Aber auch Kürbisse dürfen mitgenommen werden, ebenso wie essbare Stiefmütterchen, Wermut und andere Exoten. "Die Resonanz ist noch nicht so groß, wie wir es uns erhofft hatten. Deshalb will ich in den nächsten Tagen ein Schild an den Hochbeeten anbringen, das dazu auffordert, zu naschen. Immerhin ist das nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht", betont Ulrike Sprenger. "Wir haben absichtlich Standorte gewählt, an denen viele Menschen vorbeikommen. Dort sind die Naschbeete ein richtiger Hingucker - und das Projekt hat das Potenzial, weiter ausgebaut zu werden." Dazu sind aber weitere Helfer nötig. Deshalb startet Ulrike Sprenger regelmäßig Aufrufe auf der Seite "Rommerskirchener Buschtrommel" bei Facebook, um auch jüngere Gemeinde-Bewohner zu erreichen.

"Die Naschbeete haben noch ein weiteres Ziel: Sie sollen neugierig machen auf ein größeres Projekt", verrät Sprenger. Mithilfe der Landwirtschaft könnte in der Gillbachaue ein Grundstück entstehen, auf dem jeder nach Herzenslust gärtnern kann. Dort könnten eigene Tomaten, Erdbeeren, Erbsen oder auch Blumen gepflanzt, gehegt und gepflegt werden. "Wichtig ist es, glaube ich, in der Gemeinschaft und unter Anleitung zu gärtnern. Denn schließlich gibt es in Rommerskirchen überwiegend Einfamilienhäuser mit Garten." Sie selbst könnte sich ebenfalls vorstellen, gemeinsam mit Gleichgesinnten zu Spaten und Harke zu greifen - "eher als in meinem eigenen Garten". Dort befinden sich in der Erde viele Steine, sodass kaum etwas gedeihen könnte. "Wir haben einen Teich ausgegraben - selbst das gestaltete sich schon sehr schwierig."

Doch das ist noch Zukunftsmusik und erst für das nächste Jahr geplant. Vorerst suchen Ulrike Sprenger und ihr Team noch weitere Ehrenamtler, die die Hochbeete bestücken. Fleißige Gießer hat sie schon gefunden: Am Bahnhof kümmert sich Taxi Cun, der sein Büro in Sichtweite hat, um die Bewässerung, am Rathaus ist es die Fotografin Mareike Daennart und an der Marien-Apotheke die Apothekerin. "Bei Interesse wird es noch mehr Naschbeete geben", verspricht Sprenger.

Quelle: NGZ
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