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Rommerskirchen
Feldbahnmuseum gibt Lager in Gladbach auf

Rommerskirchen: Feldbahnmuseum gibt Lager in Gladbach auf
Günter Krall vom Feldbahnmuseum in Oekoven mit der aus Mönchengladbach überführten Lokomotive "Susi" (Baujahr 1928). FOTO: Anja Tinter
Rommerskirchen. Die 1928 gebaute Dampflok "Susi" ist die erste Maschine, die aus der bisherigen Nebenstelle nach Oekoven überführt wurde. Von Sebastian Meurer

Eigentlich ist der Fuhr- und Gerätepark des Feldbahnmuseums in Oekoven ja komplett, neue Fahrzeuge sollen nicht mehr angeschafft werden. Was auch nach wie vor gilt, wie Museums-Chef Marcus Mandelartz sagt. Dass sich der Bestand in Oekoven in den kommenden Wochen dennoch vergrößern wird, liegt daran, dass der Museumsverein nach 40 Jahren seinen letzten Standort in Mönchengladbach aufgibt, wo er einst gegründet wurde.

In der Nähe des dortigen Hauptbahnhofs befindet sich auf einem Fabrikhof derzeit noch das Lager des Vereins, wo er einige seiner alten Schätze deponiert. Die erste Überführung ist abgeschlossen: Die aus dem Jahr 1928 stammende Dampflok trägt den Namen "Susi", wurde von der Firma Orenstein und Koppel gebaut und war von 1928 bis 1965 bei den besser unter "Zewa" bekannten Aschaffenburger Zellstoffwerken im Einsatz. Mit "Susi" hat es eine besondere Bewandtnis: Gekauft hat sie Museumsgründer Bernd Thul noch als Schüler. An den Voreigentümer zahlte er vor Jahrzehnten den Betrag von damals stattlichen 10.000 Mark. Susi und das halbe Dutzend Lokomotiven in Schuss zu bringen und fahrtüchtig zu machen, wird Marcus Mandelartz zufolge kaum so lange dauern, wie die Restaurierung der 2015 wieder in Betrieb gegangenen, inzwischen 75 Jahre alten Dampflok Hilax, für die 15 Jahre nötig waren. "Sie sind teilweise sogar noch betriebsbereit", verrät Mandelartz den entscheidenden Unterschied.

Zumindest "Susi" wird beim nächsten Fahrtag am 7. August von den Besuchern des Feldbahnmuseums bestaunt werden können. Nachdem die interne 40-Jahr-Feier der Eisenbahn-Enthusiasten bereits zu Jahresbeginn abgehalten wurde, planen die jetzt so etwas wie das öffentliche Pendant dazu. Dem Auge des Publikums soll sich ein eindrucksvolles Kapitel (Feld-)Bahngeschichte darbieten: "Wir wollen all unsere Loks einmal fotogerecht aufstellen", verrät Marcus Mandelartz vorab. Womöglich ist bis dahin auch das Blechschild mit dem Namen "Susi" wieder an der Lokomotive angebracht, das nach Auskunft von Günter Krall, dem Chronisten des Feldbahnmuseums, sie bei deren Kauf durch Bernd Thul zitierte. Nach drei von sechs öffentlichen Fahrtagen "läuft die Saison normal". lautet die Bilanz von Marcus Mandelartz. Publikumsmagnet dürften wieder die Nikolausfahrten im Advent werden.

Derweil laufen die Aus- und Umbauarbeiten auf dem weitläufigen Museumsgelände. Der Eingangsbereich ist zum Teil neu gestaltet worden, auch an den Gebäuden wird emsig gearbeitet. Mit dabei sind auch vier Flüchtlinge, die seit gut einem Jahr im Museum mitarbeiten und sich derzeit mit Dachdeckerarbeiten beschäftigen. "Wenn wir die nicht hätten, wären wir noch nicht so weit", lobt Günter Krall, der selbst zum harten Kern der Museumsmitglieder zählt.

Seine letzten Wurzeln nach Mönchengladbach kappt der Verein. Ob das Museum künftig auch offiziell den Namen der Gemeinde Rommerskirchen tragen wird, wie Marcus Mandelartz es 2015 ins Gespräch brachte, ist noch offen.

Quelle: NGZ
 
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