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Rommerskirchen
Feuerwehr-Chef zieht nach einem Jahr Bilanz

Rommerskirchen. Vor einem Jahr wurde Werner Bauer neuer Leiter der Freiwilligen Feuerwehr. Er übernahm das Amt im Juli 2016 von seinem Vorgänger Thorsten Nießen. Der hatte ein paar Monate vorher das Handtuch geworfen, weil er mit dem neu gefassten Brandschutzbedarfsplan nicht einverstanden war. Von Bernd Rosenbaum

Jetzt trägt Bauer die Verantwortung für die rund 130 ehrenamtlichen Feuerwehrleute, die sich auf die vier Löschzüge Rommerskirchen, Nettesheim, Evinghoven und Widdeshoven verteilen.

"So schrecklich viel hat sich für mich gar nicht verändert", sagt der 63-Jährige über die vergangenen zwölf Monate. Schließlich ist er zuvor schon fast 20 Jahre lang stellvertretender Wehrführer gewesen. Zur Feuerwehr kam der gebürtige Nettesheimer, der heute mit seiner Familie in Butzheim direkt neben der alten Feuerwache wohnt, 1983. Der damals 29-Jährige arbeitete ursprünglich als Dreher bei den Vereinigten Aluminium-Werken (VAW). "In meinem Bekanntenkreis waren einige damals schon im Löschzug Nettesheim aktiv. Sie überredeten mich, mitzumachen."

Schnell entwickelte sich seine Karriere. Erst wurde er Jugendwart für den Löschzug, dann für die ganze Gemeindewehr. 1992 wurde er stellvertretender Löschzugführer, 1995 Löschzugführer und 1997 stellvertretender Leiter der Feuerwehr. Im Jahr 2000 machte er zudem sein Hobby zum Beruf und wurde Leiter der Betriebsfeuerwehr bei Erftcarbo. Das Unternehmen entstand durch Ausgliederung aus den VAW und gehört seit 2005 zum japanischen Tokai-Konzern.

Sein Arbeitgeber profitierte damals davon, dass Bauer die für seinen Beruf notwendigen Lehrgänge im Rahmen seiner ehrenamtlichen Tätigkeit bereits absolviert hatte. "Dafür habe ich keinerlei Probleme, für Termine und Einsätze bei der Freiwilligen Feuerwehr freigestellt zu werden", sagt Bauer. In einer ruhigen Woche kämen schon gut 20 Stunden für sein Ehrenamt zusammen, für das er lediglich eine Aufwandsentschädigung bekommt. Viel Zeit wendet Bauer im Moment auch noch für Gespräche mit Ausrüstern für neue Einsatzfahrzeuge und mit den Architekten für die neue Rettungswache auf, die auch zusätzliche Räume für die Feuerwehr enthalten wird.

Die Einsatzleitung teilt sich Werner Bauer im wöchentlichen Wechsel mit seinem Stellvertreter Werner Petrozzi und den Führer des Löschzuges Rommerskirchen, Michael Bonnaventura. Die Zahl der Einsätze steigt seit einigen Jahren, 2016 waren es alleine etwa 130. Immer öfter müssen die Wehrkräfte vor allem älteren Personen Hilfeleistung geben und wegen - wie sich dann herausstellt - defekten Brandmeldern ausrücken. "Zu etwa 90 Prozent kennt man die Betroffenen persönlich", so Bauer, das bleibe bei einer kleinen Gemeinde nicht aus. Umso schwerer sei das dann aber für die Feuerwehrleute, wenn es um schwere Unfälle oder gar Tote gehe. Dann müssten auch schon mal seelsorgerische Gespräche geführt werden. Noch vier Jahre will Bauer die Freiwillige Feuerwehr leiten, dann geht er in den Ruhestand.

Quelle: NGZ
 
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