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Rommerskirchen
Flüchtlinge arbeiten in der Verwaltung mit

Rommerskirchen: Flüchtlinge arbeiten in der Verwaltung mit
Die Syrerin Mendana Suliman (22) hilft im Rommerskirchener Rathaus bei Büroarbeiten und dolmetscht für andere Flüchtlinge. FOTO: A. Tinter
Rommerskirchen. Die Gemeinde hat sechs Flüchtlinge mit Zusatzarbeiten betraut: Vier Männer sollen in der Grünpflege des Bauhofs eingesetzt werden, ein Mann ist IT-Experte, und eine Syrerin dolmetscht für die Gemeinde. Von Carina Wernig

Dass Flüchtlinge sich für andere einsetzen, ist in Rommerskirchen an der Tagesordnung. Zurzeit arbeiten zwei Asylbewerber im Rathaus, wo sie zusätzliche Hilfstätigkeiten verrichten. "Ich freue mich, dass unsere Gäste sich so engagieren. Wir profitieren davon, dass sie kleinere Aufgaben erledigen, die sonst nicht gemacht würden", erklärt Bürgermeister Martin Mertens. So wartet der IT-Experte Omar Tallaat Drucker oder repariert die Telefonanlage. Dabei gebe es kein Verständigungsproblem.

Bei Mendana Suliman (22) auch nicht. Die junge Syrerin, die seit vier Monaten in Rommerskirchen lebt, spricht schon sehr gut Deutsch. "Ich liebe Sprachen", sagt sie. Da sie Arabisch, Kurdisch, Englisch und Deutsch spricht, fungiert sie immer wieder als Übersetzerin für neu angekommene Flüchtlinge. "Das ist nicht nur wegen der Dolmetscher-Dienste wertvoll, sondern weil sie natürlich aus eigener Erfahrung weiß, wo Probleme auftauchen können, die wir vielleicht gar nicht erahnen", betont die Flüchtlings-Koordinatorin der Gemeinde, Wirtschaftsförderin Bele Hoppe. "Die Arbeit hier macht mir sehr viel Spaß", erklärt Mendana Suliman, die auch im Büro hilft, auch Tische eindeckt oder Termine mit vorbereitet. "Das Rathaus-Team ist toll", sagt die 22-Jährige, die gern Chemie studieren möchte. Sie stammt aus Syrien, von wo aus sie mit ihrem Vater und zwei jüngeren Schwestern vor dem Krieg nach Deutschland geflüchtet ist. "Ich möchte gern den Menschen etwas für ihre Freundlichkeit zurückgeben", sagt Mendana Suliman, deren Mutter und zwei Geschwister noch in Syrien sind.

Mit einem weiteren syrischen Flüchtling, Raghed Mahfouz (47), hat sie nun einen Brief aufgesetzt, in dem sie die Übergriffe gegen Frauen in der Silvesternacht in Köln verurteilen: "Solche Taten zeugen von Unmenschlichkeit und sind zutiefst abscheulich. Keine Religion oder Kultur entschuldigt solches Verhalten." Frieden und ein tolerantes Zusammenleben seien wichtig: "Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass dies genauso bleibt - geschlossen gegen Gewalt und Fremdenhass!" Raghed Mahfouz fordert die Bestrafung der Straftäter von Köln: "Das muss geklärt werden. Wir sind vor dem Tod geflohen und fürchten nun weitere Gewalt."

Ab nächster Woche sollen zudem vier Männer aus Syrien, Iran und Irak im Bauhof eingesetzt werden. "Da können sie die Grünpflege des Bauhofs übernehmen", sagte Mertens. Auch beim Bau von Asylunterkünften und dem Umzug von Asylbewerbern sollen sie mithelfen. Diese Hilfe gab es bisher auch schon, aber noch nicht so verbindlich wie mit dem neuen Projekt, das die Gemeinde Jüchen bereits mit großem Erfolg betreibe, wie Bürgermeister Mertens erklärt.

"Das soll ihre Arbeit wertschätzen - und die Integration vorantreiben", erklärt Bele Hoppe. Gemeindesprecher Elmar Gasten weist auf noch etwas hin: "Sie können die deutsche Sprache in der Praxis anwenden und haben etwas im Lebenslauf vorzuweisen." Diese Arbeit für ihre neue Heimat bringe ihnen Kultur und Arbeitsweise näher.

Quelle: NGZ
 
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