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Rommerskirchen
Gemeinde will integratives Wohnquartier

Rommerskirchen: Gemeinde will integratives Wohnquartier
Mit dem "Kirschblüten-Carré" in Hürth ist ein Wohnquartier entstanden, das Vorbild für Rommerskirchen ist. FOTO: P. Hinschläger
Rommerskirchen. Wenn Rommerskirchen in den nächsten Jahren seine Bauland- und Quartiersentwicklung vorantreibt, dann soll es in der Gemeinde ein integratives Wohnquartier geben. Das könnte eine kommunale Wohnungsgesellschaft umsetzen. Von Klaus D. Schumilas

Im Gemeindesaal war die Einigkeit groß, den Vorstoß der FDP positiv zu bescheiden und auf den Planungsweg zu bringen. Einhellig ist die Gemeindeverwaltung beauftragt worden, im Rahmen der zukünftigen Bauland- und Quartiersentwicklung schwerpunktmäßig die Realisierung eines integrativen Wohnkonzeptes für Generationen zu überprüfen. "Ziel soll es sein", sagt FDP-Fraktionsvorsitzender Stephan Kunz, "ein gemeinsames Lebensumfeld für Jung und Alt und für Menschen mit und ohne Behinderung zu ermöglichen."

Die Idee ist nicht neu. Das Vorbild für den FDP-Vorstoß steht in Hürth und heißt dort "Kirschblüten-Carré". Dort erwarb die Wohnungs- und Siedlungs GmbH mit Sitz in Düsseldorf 2007 ein etwa 10.000 Quadratmeter großes Grundstück und entwickelte ein in sich geschlossenes Quartier für integratives und familienfreundliches Wohnen. Das wurde 2012 mit dem Landesspreis für Architektur, Wohnungs- und Städtebau NRW ausgezeichnet.

Gemeindesprecher Elmar Gasten sagt dem Projekt Rückendeckung zu, weil man es auch selbst gut findet. "Im Rahmen der Aufstellung des Regionalplans und bei der Entwicklung künftiger Wohngebiete sollte ein solches Konzept berücksichtigt werden. Wir werden das jetzt untersuchen, um zu sehen, wie es in der Gemeinde umsetzbar ist." Nach Aussage von Kunz wurde die Idee im Rahmen ihrer Klausurtagung entwickelt. Dort war Alt-Bürgermeister Albert Glöckner als Leiter des Arbeitskreises demografische Entwicklung zu Gast. Kunz: "Der demografische Wandel macht insbesondere in einem ländlichen Bereich wie Rommerskirchen zukunftssichere Wohnkonzepte erforderlich." Ein solches Konzept sollte in die Entwicklung eines Wohnquartiers eingebettet werden, bei dem Menschen aller Altersgruppen moderne, attraktive und den jeweiligen Lebensumständen entsprechende Wohnungen vorfinden. Der FDP geht es dabei ausdrücklich nicht um Mehrgenerationenhäuser. "Es geht um ein Quartier, in dem die Menschen nicht nebenher, sondern miteinander leben und sich unterstützen." Gemeinschaftliche Fläche drinnen und draußen gehören ebenso dazu wie Serviceangebote wie Hausmeister oder Handwerker-Notfalldienst. "Im Idealfall sogar einen Tante-Emma-Laden oder eine kleine, integrative Kita."

Für eine Umsetzung könnte eine kommunale Wohnungsgesellschaft sorgen, an der in der Gemeinde gearbeitet wird. Aber auch Kooperationen mit privaten Wohnungsgesellschaften oder kirchlich-karitativen Organisationen wären denkbar. Die Gründung einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft ist laut Gemeindesprecher Gasten "weiter auf dem Weg". Vor der Sommerpause wird eine politische Entscheidung erwartet, in welcher Form sie an den Start gehen kann. Die Gemeinde hatte sich zuletzt im Rahmen eines Workshops von der NRW-Bank über Fördereckpunkte für eine solche Gesellschaft informieren lassen. In Kürze soll ein Informationsgespräch beim Verband der Wohnungswirtschaft über die geeignete Unternehmensform stattfinden.

Quelle: NGZ
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