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Rommerskirchen
Gemeinde will mehr für Behinderte tun

Rommerskirchen: Gemeinde will mehr für Behinderte tun
Harry Marquardt an der "Pilot"-Fußgängerampel an der Gohrer Straße in Frixheim, die als erste umgebaut werden soll. FOTO: Anja Tinter
Rommerskirchen. Rat beschließt einstimmig erstes Inklusionskonzept für Rommerskirchen. Katalog beschreibt den Ist-Zustand und mögliche Änderungsmaßnahmen. Fußgängerampeln und Bushaltestellen sollen entsprechend umgestaltet werden. Von Bernd Rosenbaum

Etwa zehn Prozent der Bewohner von Rommerskirchen haben eine Anerkennung als schwerbehinderte Menschen mit einem Behinderungsgrad von mindestens 50 Prozent. Darauf wies die für Inklusion und Demografie zuständige Gemeindemitarbeiterin Maria Theresia Kamp am Donnerstagabend im Gemeinderat hin, als sie das erste Rommerskirchener Inklusionskonzept zum Beschluss vorlegte.

Hinzu kämen noch einmal geschätzt etwa doppelt so viele Menschen, die mit einem Einschränkungsgrad zwischen zehn und 50 Prozent leben müssen. Darüber jedoch gebe es keine Statistik. Vor allem für diese Betroffenen wurde in rund zweieinhalbjähriger Arbeit ein Handlungskonzept erstellt, das neben einem Zustandsbericht über behindertengerechte Einrichtungen im Gemeindegebiet auch einen Maßnahmenkatalog für die verschiedensten Handlungsfelder umfasst.

Zu diesen Handlungsfeldern gehören Bildung und Erziehung, Arbeit und Wirtschaftsförderung, Bauen und Wohnen, der Bereich Freizeit, Kultur und Sport, Gesundheit im Alter sowie Jugend. Für den Bereich Verkehr gibt es bereits zwei ganz konkrete Projekte: Zum einen werden die Bushaltestellen im Gemeindegebiet zurzeit nach und nach behindertengerecht umgestaltet. Zum anderen wurden bereits vier Fußgängerampeln im Gemeindegebiet ausgeguckt, die zukünftig von blinden und sehbehinderten Menschen ohne fremde Hilfe bedien- und benutzbar werden sollen.

Vor allem die Ampel in Frixheim an der Gohrer Straße steht auf der Liste ganz oben, weil in ihrem Umfeld Betroffene wohnen. Für diese Menschen macht sich auch der SPD-Ratsherr Harry Marquardt stark, seit er 2014 mit dem Vorsitzenden des Sehbehinderten- und Blindenvereins Neuss, Ernst Balsmeier, eine Ortsbegehung machte. Geplant ist, die vier Ampeln in Frixheim, Butzheim, Eckum und Rommerskirchen noch in diesem Jahr mit akustischen Signalgebern für Grünphasen und mit speziellen Gehwegplatten als Leitsystem auszustatten. An den geplanten Kosten in Höhe von 50.000 Euro müsse sich auch der Landesbetrieb Straßen NRW mit etwa 20 Prozent beteiligen, da drei der vier Ampeln an der Bundesstraße 477 liegen.

Das jetzt von Maria Theresia Kamp erarbeitete Inklusionskonzept, das auch einen Katalog über den Ist-Zustand der gemeindeeigenen Gebäude wie Schulen, Kindergärten und Begegnungsstätten sowie eine Liste möglicher Verbesserungsmaßnahmen enthält, wurde am Donnerstagabend einstimmig vom Rat verabschiedet. In dem Beschluss wird die Verwaltung zugleich beauftragt, die im Konzept aufgeführten Maßnahmen umzusetzen. Dazu sollen die gemachten Fortschritte einmal jährlich ausgewertet und dem Rat als Sachstandsbericht vorgelegt werden.

Eine inhaltliche Diskussion über das Inklusionskonzept fand am Donnerstagabend nicht statt. Diese soll, so schlug Bürgermeister Martin Mertens vor, in den entsprechenden Fachausschüssen geführt werden.

Quelle: NGZ
 
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