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Rommerskirchen
Gemeinde wirbt für mehr Barrierefreiheit

Rommerskirchen: Gemeinde wirbt für mehr Barrierefreiheit
Monika Bulich (l.) hat für den barrierefreien Zugang zu ihrer Marien-Apotheke zum Jahresende 2015 eine Rampe installieren lassen. Genau diese Impulse möchten Wirtschaftsförderin Bele Hoppe und Willi Feil setzen. FOTO: A. Tinter
Rommerskirchen. Am nächsten Donnerstag beginnen die diesjährigen Unternehmensbesuche von Rommerskirchens Wirtschaftsförderin Bele Hoppe, die die örtlichen Geschäfte testet. Unterstützt wird sie hierbei von einem Team engagierter Netzwerker. Von Sebastian Meurer

Willi Feil sprüht vor Tatendrang: "Es gibt noch einige schöne Ecken, wo man etwas tun kann", sagt der Vanikumer. Gemeinsam mit seinen Co-Netzwerkern und Wirtschaftsförderin Bele Hoppe wird er ab Donnerstag kommender Woche wieder auf Tour durch die Gemeinde gehen, um Rommerskirchens Geschäfte auf ihre Barrierefreiheit zu testen. Die Erstauflage 2015 ist nach Bele Hoppes Worten auch bei den Geschäftsleuten derart gut angekommen, dass schon im Herbst das erste Treffen für die neue Runde stattfinden konnte. "Wir haben uns vor allem auf unternehmergeführte Firmen konzentriert", sagt Bele Hoppe, wobei dies auch in diesem Jahr so bleiben soll.

"Das Ziel besteht darin, für Barrierefreiheit zu sensibilisieren. Es geht nicht darum, dass alles zu 100 Prozent perfekt ist", sagt die Wirtschaftsförderin. Neun Zertifikate konnte die Gemeinde im Sommer 2015 an Unternehmen aus der Gemeinde vergeben, wobei Bele Hoppe hofft, dass es diesmal ebenso viele, wenn nicht noch mehr werden. Die Zertifizierung nimmt die Gemeinde in eigener Regie vor. Hier nicht auf vergleichbare Angebote von IHK und anderen Institutionen zurückzugreifen, hatte der Rat 2014 unter anderem aus Kostengründen beschlossen und stattdessen ein eigenes Zertifikat ausgelobt. "Es wird niemand getadelt oder an den Pranger gestellt", sagt die Wirtschaftsförderin.

Nicht allein bei den bisherigen Besuchen im vergangenen Jahr hat sie festgestellt, "dass die Unternehmen auch ein großes Eigeninteresse haben, sich auf Barrierefreiheit zu verpflichten". Bele Hoppe verweist hier auf die im Schnitt zunehmend älter werdende Bevölkerung, aber auch auf das generell gewachsene Bewusstsein für die Barrierefreiheit. Die ist bei öffentlichen Gebäuden längst obligatorisch: Für den Umbau des Bahnhofs etwa sind nur Zuschüsse geflossen, weil das Kriterium der Barrierefreiheit von vornherein eine wichtige Rolle spielte.

Bei Monika Bulich, die die Marien-Apotheke an der Eckumer Bahnstraße betreibt, gab das Zertifizierungsprojekt 2015 sogar den letzten Anstoß dazu, die schon seit längerem geplante Rampe auch tatsächlich bauen zu lassen. "Der Dank gilt dabei natürlich auch meiner Vermieterin", sagt die Apothekerin, Schon zuvor hat sie diesem Aspekt freilich Beachtung geschenkt: Kunden, die etwa auf einen Rollstuhl oder einen Rollator angewiesen sind, konnten bisher mit einer am Haus angebrachten Klingel auf sich aufmerksam machen. Dies wird auch im Rahmen der neuerlichen Zertifizierung berücksichtigt, die nun bevorsteht: "Solche Serviceleistungen können auch bauliche Einschränkungen wieder ausgleichen", so Bele Hoppe. Kommen sie und ihre Mitstreiter vom Seniorennetzwerk 55 plus zu dem Schluss, dass bei einzelnen Geschäften durchaus noch Luft nach oben ist, kann "nachgearbeitet" werden. Nicht kostspielige Umbauarbeiten, sondern leicht zu bewerkstelligende Verbesserungen sind dabei gefragt. Vergeben werden sollen die Zertifikate wieder im Sommer.

Quelle: NGZ
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