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Rommerskirchen
Getreidepreise explodieren

Rommerskirchen: Getreidepreise explodieren
FOTO: Berns, Lothar (lber)
Rommerskirchen. Vor der bald beginnenden Ernte rechnen Landwirte mit guten Erträgen. Probleme gibt es bei Kartoffeln. Von Sebastian Meurer

Die ersten haben bereits begonnen, Gerste zu dreschen. Gut 60 Landwirte aus der Gemeinde starten in diesen Tagen zur Getreideernte. Hochbetrieb herrscht dann an den Silos der Buir-Bliesheimer Agrargenossenschaft im Gewerbepark, wo zudem Landwirte der Region bis zum Kölner Norden ihr Getreide abliefern werden.

"Die Preise beim Getreide und beim Raps explodieren", sagt der stellvertretende Ortslandwirt Hubertus Velder. Woraus jedoch keineswegs folge, dass es in irgendeiner Hinsicht knapp werde. "Es gibt keinen Grund zur Sorge - es ist für alle genug da", so Velder. Grundsätzlich gelte für die Landwirte: "Bessere Preise sind für uns wichtiger als hohe Erträge mit schlechten Preisen." Zudem dürfe nicht vergessen werden, "dass wir aus einer Tiefpreisphase kommen, in der übrigens die Brötchen nicht billiger geworden sind", sagt Velder.

Raps, Roggen und Weizen folgen auf die Gerste, wobei die Roggenernte eine ziemlich exakte Terminfrage ist, wie Ortslandwirt Karl Schütz anmerkt. "Wenn der Roggen reif ist, muss er sofort gedroschen werden, sonst ist er fürs Backen nicht mehr geeignet". Nur noch als Futterroggen brauchbar, sei die Bezahlung geringer, so Schütz.

Das Wetter ist in diesen Tagen zwar allerorts ein Thema, die Landwirte indes bleiben gelassen. Dass es bis in den Juni hinein eher zu feucht war, wird die Hitze schnell korrigieren, ist Karl Schütz sicher. Wenn es nicht bald regnen sollte, gibt es eine zügige Gerstenernte. Wasser gebrauchen könnte Karl Schütz zufolge auch der Mais. Den Rüben bekommt die Hitze dagegen bestens: "Dann wächst die Rübe mehr nach unten, dem Wasser hinterher", so Schütz. Die bisherige Entwicklung bei der viel zitierten "Königin der Feldfrüchte" sei jedenfalls gut, so der Ortslandwirt.

Was ganz und gar nicht für die Kartoffeln gilt: "Da sieht es ganz böse aus", sagt Hubertus Velder. Vielfach hätten sich "Tochterknollen" gebildet, und dieser "Zwiewuchs" bedeutet schlechte Qualität. Grundsätzlich gilt jedoch auch hier, dass es für die Bauern am Gillbach selbst bei eher schlechten Ernten noch vergleichsweise gut abgeht. "Anders als im Kölner Raum oder in Dormagen haben wir hier besonders gute Böden", sagt Hubertus Velder. Die zählen Experten zufolge zu den besten, die es gibt, wofür die Vielzahl in der Gemeinde ausgegrabener römischer Gutshöfe einer der ältesten Beweise und die Haltung des Geologischen Diensts NRW einer der jüngsten Belege ist: Der stuft die am Gillbach vorhandenen Böden in die Klasse mit höchster Schutzwürdigkeit ein. Vorsorglich bitten die Ortslandwirte schon einmal um Verständnis bei der Bevölkerung, wenn es in den kommenden Wochen hie und da zu Behinderungen kommen könnte.

Quelle: NGZ
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