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Kinderarzt für Rommerskirchen
Gless wirft FDP Populismus vor

Rommerskirchen. Der SPD-Fraktionsvorsitzende hält die Ansiedlung eines solchen Facharztes für völlig unrealistisch. Von Stefan Schneider

Mit scharfer Kritik hat Heinz Peter Gless, der Vorsitzende der SPD-Fraktion, auf den Vorstoß der FDP-Politiker Stephan Kunz und Gerhard Heyner reagiert, die einen Facharztmangel in der Gemeinde sehen und das in der nächsten Ratssitzung am kommenden Donnerstag (19. Oktober) zum Thema machen möchten. Der Antrag sei populistisch und gehöre in den Papierkorb, schreibt Gless in einer Stellungnahme.

Die Liberalen vermissen vor allem einen Mediziner im Bereich der Kinder- und Jugendheilkunde. "Klar wäre es schön, wenn ein solcher Kinder- und Jugendarzt seine Praxis in Rommerskirchen eröffnen würde", räumt Gless ein. Es sei aber müßig, darüber zu diskutieren. Denn Voraussetzung für eine entsprechende Ansiedlung sei eine Zulassung durch die zuständige Kassenärztliche Vereinigung. "Dies ist derzeit für Rommerskirchen aber nicht in Sicht", urteilt der Sozialdemokrat. "Ohne Zulassung keine Praxis. Diesen Zusammenhang kennt auch Herr Kunz, wenn er sich nur ein wenig mit der Thematik auseinandergesetzt hat." Der stets richtige, nette und kompetente Facharzt gleich um die Ecke werde ein Traum bleiben bzw. als Illusion in der Realität platzen.

Daran würden nach Ansicht von Heinz Peter Gless auch wirtschaftliche Anreize oder organisatorische Unterstützung nichts ändern, wie sie von der FDP ins Gespräch gebracht worden waren. Die Liberalen hatten unter anderem eine teilweise Kostenübernahme eines Praxisumzuges und eine teilweise Übernahme von Mietkosten genannt.

Dass die Situation nicht in Stein gemeißelt ist, verhehlt Gless in seinem Schreiben nicht. "Selbstverständlich befinden sich Verfahren und Zuständigkeiten und auch die aktuelle Versorgungslage mit Fachärzten in einem laufenden Veränderungsprozess", so der SPD-Fraktionschef. "Unser Bürgermeister und seine Verwaltung, aber auch die Ratsfraktionen haben hier die Hand am Puls, um eine plötzlich auftauchende Chance auch schnell zum Wohle der Bürgerschaft zu nutzen."

Die Rommerskirchener Verwaltung hatte sich ebenfalls zum FDP-Antrag geäußert. Schon vor Jahren habe sie die Umsetzbarkeit geprüft, als es um den Bau des "Hauses der Gesundheit" gegangen war. Dabei seien zahllose Gespräche mit Ärztekammer und Krankenkassen geführt worden. Das Resultat sei gewesen, dass einige Belegärzte in der Praxis Kaesmacher Sprechstunden anbieten, so Dezernent Elmar Gasten.

Quelle: NGZ
 
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