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Rommerskirchen
Großprojekte mit Nachbarn entwickeln

Rommerskirchen: Großprojekte mit Nachbarn entwickeln
Vorläufer einer interkommunalen Zusammenarbeit: die Ansiedlung der Buir-Bliesheimer Agrargenossenschaft. FOTO: Anja Tinter
Rommerskirchen. Für landwirtschaftliche Großprojekte könnte es zentrale Flächen in Rommerskirchen, Bedburg oder Bergheim geben. Von Sebastian Meurer

Die doppelte Grenze von Kreis und Regierungsbezirk hat gemeinsame Projekte der Gemeinde Rommerskirchen und ihrer beiden Nachbarkommunen, die Städte Bergheim und Bedburg, bisher unmöglich gemacht. Darauf, dass sich dies ändern soll, hatten sich Bürgermeister Martin Mertens und sein Bedburger Kollege Sascha Solbach schon im Herbst des vergangenen Jahres bei einem Treffen verständigt. Dass inzwischen "die Regionalplaner der Bezirksregierungen Düsseldorf und Köln zusammenarbeiten", wertet Martin Mertens als "einen ersten Erfolg" dieser Bestrebungen.

Hintergrund ist die Stellungnahme der Gemeinde zum Entwurf des neuen Regionalplans Düsseldorf. "Wir haben gemeinsam mit Bedburg deutlich gemacht, dass der Blick nicht an den Grenzen enden sollte", sagt Mertens. Zu den denkbaren gemeinsamen Projekten zählt etwa die Entwicklung eines gemeinsamen Gewerbegebiets, wie Wirtschaftsförderin Bele Hoppe schon im März sagte.

Drei Bürgermeister, die auf interkommunale Zusammenarbeit setzen: (v.l.) Sascha Solbach (Bedburg), Maria Pfordt (Bergheim) und Martin Mertens. FOTO: ON

Unter dem Stichwort "Agrobusiness" diskutierten Martin Mertens und Sascha Solbach jetzt Lösungen, die mit der Ansiedlung der Buir-Bliesheimer Agrargenossenschaft im Gewerbepark IV 2011 eine Art von erstem Vorläufer hatte. Wegen der inzwischen zumindest "teilindustriell" betriebenen Landwirtschaft sei es heutzutage kaum mehr möglich, "riesige Hallen innerhalb der Ortschaften zu bauen", ist Mertens angesichts der Konzentrationsprozesse überzeugt, die sich in den vergangenen Jahrzehnten sehr deutlich in der Landwirtschaft vollzogen haben.

"Das sprengt den Rahmen der kleinen Dörfer", fürchtet er angesichts aktuell zwar nicht geplanter, aber durchaus möglicher Großprojekte dieses Kalibers. Analog zur Idee eines Interkommunalen Gewerbegebiets kämen dann geeignete Flächen innerhalb von Rommerskirchen, Bedburg, aber auch Bergheim in Betracht, das gleichfalls in die Kooperation einbezogen werden soll.

Dass in Bergheim mit Maria Pfordt eine Christdemokratin als Bürgermeisterin amtiert, stört die Sozialdemokraten Mertens und Solbach nicht im geringsten. "Das Parteibuch spielt dabei keine Rolle. Es geht um die vertrauensvolle Zusammenarbeit im Interesse der Menschen dieser Region", sagt Mertens. Er verweist auf "viele Überschneidungspunkte, die sich aus dem Strukturwandel der Braunkohleregion ergeben, von dem alle drei Kommunen gleichermaßen betroffen seien.

Doch auch bei der Verkehrsinfrastruktur verspricht er sich ein größeres Gewicht der Gemeinde, wenn diese im Duett oder gar Terzett mit den beiden Nachbarstädten auftreten könne. Maria Pfordt etwa hatte schon vergangenes Jahr deutlich gemacht, dass auch Bergheim ein Interesse an der Umgehung der Bundesstraße 477 habe, die die zentrale Verbindungsader zwischen Bergheim und Düsseldorf darstellt. Von der Bezirksregierung Düsseldorf werde das bislang eher unbekannte Projekt einer interkommunalen Zusammenarbeit über die Bezirksgrenzen hinweg wohlwollend betrachtet, sagt der Bürgermeister nachdem er Gespräche mit Regierungspräsidentin Anne Lüttges geführt hatte.

Ähnliches gelte auch für die Bezirksregierung Köln. Sogar ein Besuch von Anne Lüttges und ihrer Kölner Kollegin Gisela Walsken scheint durchaus möglich zu sein, äußert sich Mertens. Mit ersten konkreten Projekten rechnet Martin Mertens zum Ende der 2020 auslaufenden Wahlperiode.

Quelle: NGZ
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