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Rommerskirchen
Hausbesitzer will wegen Sternsingern klagen

Rommerskirchen: Hausbesitzer will wegen Sternsingern klagen
Josef Weyrauch ärgert sich über den Schriftzug der Sternsinger. FOTO: "Tinter, Anja (ati)"
Rommerskirchen. Josef Weyrauch aus Rommerskirchen will keine Segensformeln der Sternsinger an seinen Häusern. Er denkt an eine Klage. Von Sebastian Meurer

Mit der Religion hat er es nicht und mit der katholischen Kirche schon gar nicht: "Ich bin bewusst ausgetreten, und das nicht wegen der Kirchensteuer. Ich will mit dem Verein nichts zu tun haben", bricht es förmlich aus Josef Weyrauch heraus. Nach seinem bis dato letzten "Kontakt" würde er die Kirche, beziehungsweise Dechant Monsignore Franz Josef Freericks gern verklagen.

Sein Grund dürfte manch einen staunen lassen: Die Sternsinger waren Anfang Januar auch in Eckum unterwegs und haben an zwei von Weyrauchs Häusern an der Bahnstraße und am Heimchesweg ihren mit Kreide geschriebenen Segensspruch hinterlassen.

Was Weyrauch geradezu wütend macht: "Ich möchte, dass das unterlassen wird. Ich nehme ja auch keinen Eimer Farbe und schreibe 'Allah ist groß' an die Kirche", sagt Weyrauch, der auch dies keinesfalls als eine Art Glaubensbekenntnis verstanden wissen will.

Franz Josef Freericks habe er schon 2014 darauf hingewiesen, dass ihm die Beschriftung zuwider sei. "Es lässt sich nicht abwaschen", meint er mit Blick auf die Inschriften der Sternsinger. Für ihn ist es Sachbeschädigung, für die Polizei nicht. "Von so einem Sachverhalt habe ich in 17 Jahren als Polizeisprecher noch nichts gehört", sagt Hans-Willi Arnold - der in dieser Zeit auch manch Skurriles erlebt hat.

Aus Sicht der Polizei handelt es sich um "keine Sachbeschädigung", so Arnold. Laut gängigen Kommentaren zum Strafgesetzbuch muss nämlich "nicht unerheblich" in die Substanz eingegriffen werden, um eine Sachbeschädigung zu bejahen - was auch die Polizei in Grevenbroich nicht getan tat, wie Weyrauch berichtet.

Unabhängig davon könnte eine Klage bereits daran scheitern, dass er keinen Anwalt findet. Sowohl in Grevenbroich als auch in Pulheim habe er Kanzleien kontaktiert, doch sei ihm gesagt worden, "dass die nichts gegen die Kirche machen wollen", so Weyrauch.

Franz Josef Freericks ist "erstaunt, dass in dieser Art und Weise das Engagement von Kindern diskreditiert wird, die sich für Kinder in aller Welt einsetzen". Christina Weyand, Pressereferentin beim Erzbistum Köln, ist aus dessen Einzugsbereich keine vergleichbare Beschwerde geläufig.

Thomas Römer, Sprecher des bundesweit für die Sternsingeraktionen zuständigen Kindermissionswerks, kennt nur einen ähnlich gelagerten Fall aus Münster. Dennoch: "Dass jemand den Klageweg gehen möchte, ist mir aus dem Zeitraum, den ich überschauen kann, nicht bekannt", sagt Römer - der immerhin seit mehr als zwölf Jahren für das Kindermissionswerk tätig ist.

Nun fürchtet Weyrauch schon die Sternsinger 2017: Auch das Haus neben dem Heimchesweg 3 gehört ihm und "die Verklinkerung hat 50.000 Euro gekostet". Die Vorstellung, auch hier den Segensspruch der Sternsinger zu lesen, bringt ihn schon jetzt in Rage.

Quelle: NGZ
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