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Rommerskirchen
Horns Kunst zeigt in Miami den Holocaust

Rommerskirchen. Die Rommerskirchener Malerin und Autorin hat an den dortigen Kunstwochen teilgenommen. Von Stefan Schneider

Dass die Bilder der Rommerskirchener Künstlerin Charlotte Horn zu den Themen Holocaust und Konzentrationslager unter die Haut gehen, davon konnten sich im November gerade erst die Besucher einer Ausstellung in der Tourist-Info in Zons überzeugen. Eines ihrer Werke zum Pogrom-Gedenken, bei denen sich der Betrachter in die Hölle versetzt fühlt angesichts des unfassbaren Leids, das sich in den Bildern widerspiegelt, hat es in die USA geschafft. Das Acryl-Gemälde aus dem Zyklus Shoa 3 war jetzt digital in Miami bei den dortigen Kunstwochen Bestandteil der Ausstellung "The Artbox Projects".

Es zeigt vier menschliche Antlitze hinter Stacheldraht, offenbar eine vierköpfige Familie, denn zwei der Gesichter gehören Kindern. Das Mädchen scheint sein Elend förmlich herauszuschreien. Horn hat dieses bereits im Jahr 2006 entstandene Werk in ihrem Buch "Gedanken und Bilder zum Holocaust" so kommentiert: "Die Dargestellten sterben zwar, aber sie sterben als Menschen, ihre Würde in der Unsäglichkeit des Erlebten dennoch irgendwie bewahrend, nicht nur als Opfer, sondern auch als Zeugen und Mahnende an die Nachwelt." Horns Credo, das sehr oft in ihrem Schaffen deutlich wird: Nichts dürfe vergessen werden, damit die Menschen und die Menschlichkeit nicht erneut Schaden nehmen.

Die Arbeiten zum Zyklus Shoa sind von der Rommerskirchenerin alle im Format 2 mal 3 Meter angefertigt worden. Mit diesen großen Maßen will Horn nach eigener Darstellung die besondere Bedeutung des Holocaust für die Menschheitsgeschichte herausstellen. In der Historienmalerei ist Überdimensionalität ein oft anzutreffendes Stilmittel. Napoleons Krönung zum Kaiser ist dafür nur ein Beispiel.

Quelle: NGZ
 
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