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Rommerskirchen
Hundekot auf Feldern empört Landwirte

Rommerskirchen. Die Ortslandwirte Karl Schütz und Hubertus Velder appellieren an Tierhalter, sich beim Gassigehen an Regeln zu halten. Von Sebastian Meurer

Ein gemeinsamer Flyer von Rheinischem Landwirtschaftsverband und der Landwirtschaftskammer NRW hat es schon einmal ganz drastisch so formuliert: "Lieben Sie Hundekot im Essen?" Viel geholfen haben Appelle, Hunde nicht im Feld Gassi gehen und dort ihr Geschäft mitten ins Getreide verrichten zu lassen, bislang allerdings nicht. Ortslandwirt Karl Schütz und sein Stellvertreter Hubertus Velder wissen ein Lied davon zu singen, in Rommerskirchen bleibt die Rücksichtslosigkeit einiger Hundehalter ein Problem.

Wobei die Kritik der Landwirte beileibe nicht allein Einheimischen gilt. Die Beobachtung, dass Autos mit Kölner oder Düsseldorfer Kennzeichen am Wegesrand parken und die Fahrer mit zum Teil mehreren Hunden spazieren gehen, ist für sie und ihre Kollegen längst nichts Ungewöhnliches mehr.

Karl Schütz, Chef von Gut Muchhausen, kann dies sogar wenige Meter vom Hof entfernt zwei Mal täglich verfolgen. Schon dass Autos eher ungünstig geparkt werden, ist keine Seltenheit. "Wenn ich Pflanzenschutzmittel ausbringen muss, steht ein Wagen im Weg", schildert Schütz seine Erfahrung, die so oder ähnlich auch anderen Landwirten nicht fremd ist. "Wir wehren uns ja gar nicht gegen Spaziergänger mit Hunden", sagt Hubertus Velder. "Dennoch appellieren wir nochmals, sich an die bestehenden Regeln zu halten", so Velder. Die sehen vor, "dass Spaziergänger auf den Wegen bleiben und da auch die Hunde lassen. Generell hat im Feld selbst außer den Landwirten niemand etwas verloren", beschreibt er die Regelung.

"Es ist mehr gegenseitige Rücksichtnahme vonnöten", betont Karl Schütz, der wie sein Stellvertreter durchaus Verständnis dafür hat, dass sich angesichts der im Herbst und Winter hohen Einbruchzahlen zunehmend mehr Menschen einen Hund zulegen. Die Hoffnung, dass deren Halter nicht nur mit ihren Tieren, sondern auch mit der Natur verantwortungsbewusst umgehen, haben sie jedenfalls noch nicht vollends aufgegeben. Die nächste wichtige Aufgabe für die Landwirte besteht darin, die maroden Wirtschaftswege für die Erntesaison wieder in Schuss zu bringen. "Der Grenzweg zwischen Oekoven und Barrenstein ist wieder befahrbar", nennt Karl Schütz ein bereits abgeschlossenes Projekt.

Ansonsten stehen die Bauern derzeit noch Gewehr bei Fuß: "Es muss erst mal richtig trocken werden. Wo Wasser steht, kann man nichts instandsetzen", betont Velder. Angesichts des maroden Zustands des gut 84 Kilometer langen Wegenetzes keine nebenbei zu erledigende Arbeit: Auch diesmal dürften wohl "mehrere tausend Tonnen" Recyclingmaterial nötig sein, das wie immer die Gemeinde zur Verfügung stellt. Die Gemeinde hat zudem einen neuen Wegehobel angeschafft. "Damit kann man täglich gut zwei Kilometer schottern", sagt Hubertus Velder.

Mit Prognosen zur sommerlichen Getreideernte halten sich die Ortslandwirte zurück. Nach einigen sehr ertragreichen Ernten in den Vorjahren verlief die von 2014 nur mäßig. "Das Getreide steht gut", lautet das Zwischenfazit von Karl Schütz, das Hubertus Velder vorsichtshalber um den Hinweis ergänzt, dass "noch viel passieren kann".

Quelle: NGZ
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