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Rommerskirchen
Jecken verlegen ihre Sitzungen 2016 ins Zelt

Rommerskirchen: Jecken verlegen ihre Sitzungen 2016 ins Zelt
Die vier Frauensitzung der KG Rut-Wieß in der Mehrzweckhalle zählen zu den Höhepunkten des Karnevals am Gillbach FOTO: LH
Rommerskirchen. Ob die Halle am Nettesheimer Weg eine Notunterkunft wird, ist zwar noch offen. Die Karnevalisten haben sich dennoch bereits umorientiert. Von Sebastian Meurer

Ob die Notaufnahme von Flüchtlingen auch in Rommerskirchen nötig sein wird, ist derzeit offen. Die Gemeinde bereitet sich jedenfalls mit einem Krisenstab vor, während die Karnevalsgesellschaft (KG) Rut-Wieß bereits Fakten geschaffen hat. Ihre Veranstaltungen in der neuen Session will sie jedenfalls nicht in der Mehrzweckhalle am Nettesheimer Weg abhalten.

Wie Rut-Wieß-Chef Jürgen Schulz gestern sagte, werden die Proklamation des neuen Kinderprinzenpaars im November und die "Kölsche Weihnacht" im Dezember in der Ansteler Schützenhalle gefeiert. Der Sitzungskarneval 2016 wird demnach in einem Festzelt im Gewerbepark II stattfinden. Anlass dafür, schnell Nägel mit Köpfen zu machen, war für die Karnevalisten ein in der vergangenen Woche geführtes Gespräch mit Bürgermeister Martin Mertens. Dem hatten sie entnommen, dass die Mehrzweckhalle womöglich als Notunterkunft für Flüchtlinge in Betracht kommen könnte.

"Derzeit kann man noch nicht sagen, ob , wann und wie viele Flüchtlinge überhaupt kommen", sagte Mertens gestern. Zudem sei die Mehrzweckhalle auch nicht die erste Wahl der Gemeinde. Kreisdirektor Dirk Brügge habe Verständnis dafür gezeigt, "dass für eine kleine Gemeinde wie Rommerskirchen mehr als 50 Notzuweisungen nicht zumutbar sind", so der Bürgermeister. Sollten Notaufnahmen in Rommerskirchen erforderlich sein, käme dafür zunächst die Turnhalle an der Giller Straße und nicht die Mehrzweckhalle in Betracht, betonen Mertens und Dezernent Bernd Sauer als Flüchtlingsbeauftragter der Gemeinde. Die seit Beginn vergangener Woche laufende Notfallplanung sieht zwar auch die Mehrzweckhalle als mögliches Notquartier vor, doch seien diese Überlegungen gegenwärtig theoretischer Natur.

"Dass die Flüchtlinge in jedem Fall eine Unterkunft haben müssen, ist für uns selbstverständlich", sagt Jürgen Schulz. "Wir müssen jedoch für alle Fälle gerüstet sein", begründet der Vorsitzende der Karnevalisten das schnelle Handeln der vergangenen Tage. Für die immer noch vom Finanzamt gebeutelte KG hängt vor allem an den Januar-Sitzungen eine Menge Geld, wobei Schulz zufolge derzeit niemand garantieren könne, dass nicht kurz vorher die Halle letztlich doch als Flüchtlingsunterkunft gebraucht werde. Der Umzug könnte für die Jecken sogar von Vorteil sein: Standen ihnen im "Gillbach-Gürzenich" bislang 640 Plätze zur Verfügung, soll das ins Auge gefasste Zelt sogar Platz für jeweils 800 Besucher bieten. "Bei denjenigen, denen wir für die Herrensitzung absagen mussten, können wir jetzt noch mal nachfragen", so Schulz. Zwei von von vier Frauensitzungen seien bereits ausverkauft, lediglich "für die Dienstag- und Mittwoch-Sitzung gibt es noch Karten", sagt der KG-Chef.

Bleibt die Gillbachschule: Bernd Sauer wird heute Vertretern der Pflegschaft erläutern, dass bei den Planungen die Mehrzweckhalle erst einmal hintenan steht.

Quelle: NGZ
 
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