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Rommerskirchen
Jugendheim sichert Schützen eine Heimat

Rommerskirchen: Jugendheim sichert Schützen eine Heimat
Bruderschaft und Kirche haben sich auf gemeinsame Nutzung geeinigt: (v.l.) Hans-Werner Kaltwasser, Lothar Gross, Willi Hermanns, Wolfgang Nerger. FOTO: Tinter
Rommerskirchen. Der entsprechende Vertrag zwischen dem Kirchenvorstand der Gemeinde St. Briktius und der St. Sebastianus-Bruderschaft ist in trockenen Tüchern. Das Heim wird inzwischen auch immer mehr von der Dorfgemeinschaft genutzt. Von Sebastian Meurer

Gestern war die Deutsche Glasfaser mit einer Info-Versammlung zu Gast, und auch ansonsten "wird das Jugendheim fast jeden Tag genutzt", sagt Willi Hermanns, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands von St. Briktius, Auch mit der St. Sebastianus-Bruderschaft besteht inzwischen Einigkeit über die künftige Nutzung des Jugendheims: "Der Vertrag ist unter Dach und Fach, erste Maßnahmen sind bereits umgesetzt worden", beschreibt Lothar Gross, neuer stellvertretender Brudermeister der St. Sebastianus-Schützen, den aktuellen Stand der Dinge.

Mit dem inzwischen unterschriftsreifen Vertrag "hat man sich auf lange Zeit eine Heimat für die Bruderschaft gesichert und einen Mehrwert für die Dorfgemeinschaft geschaffen", ist Gross sicher. In den Vertrag konnte auch ein Passus über den etwaigen Bau einer Schießanlage aufgenommen werden, auch wenn dessen Umsetzung angesichts noch zu klärender Details bis auf Weiteres offen bleibt. "Wir sind noch nicht soweit", sagt Lothar Gross.

Das Wichtigste für die St. Sebastianus-Bruderschaft ist jedoch, dass sie jetzt - offiziell verbrieft - dauerhaft ein neues Dach über dem Kopf hat. Die Laufzeit des Vertrags beträgt 20 Jahre. Mehr als vier Jahre währende Verhandlungen zwischen Kirchenvorstand und Bruderschaft haben damit ein für beide Seiten erfreuliches Ende gefunden.

Begonnen hatte alles damit, dass die Schützen 2011 die Hiobsbotschaft ereilte, dass die Gaststätte "Zum alten Posthorn" schließen würde, in dem die Schützen kurz zuvor noch einen neuen Schießstand installiert hatten.

Für den damaligen Brudermeister Michael Schaaf und seine Mitstreiter war sofort klar, dass allein das Jugendheim als künftige Bleibe in Betracht komme. Damit nicht genug: Da es ansonsten keinen größeren Versammlungsort mehr gibt, sollte das Jugendheim zu einem regelrechten Begegnungszentrum für Oekoven, Deelen und Ückinghoven werden. Förderanträge wurden gestellt, doch die Pläne der Schützen kamen durch die 2013 ausgebrochene, langwierige Führungskrise zunächst zu einem Stillstand: Michael Schaaf erklärte im Herbst 2013 gemeinsam mit einigen Weggefährten seinen Rücktritt, und mit Hans-Werner Kaltwasser fand sich erst gut ein Dreivierteljahr später ein Nachfolger für Schaaf.

Auch wenn die Schützen lange andere Prioritäten setzen (mussten), aus den Augen verloren haben sie ihr Ziel nicht, wie sich jetzt gezeigt hat. Von der Gemeinde waren bereits vor längerer Zeit 10.000 Euro zur Verfügung gestellt worden und von RWE Deutschland kamen via Sponsorenvertrag 4760 Euro in die Kasse. Verwendet werden soll das Geld jetzt für Neuerungen an der Theke wie der Zapfanlage und für die Neuanschaffung von Tischen und Stühlen.

Die eigentlichen Umbaumaßnahmen hatte der Kirchenvorstand bereits 2015 veranlasst: Willi Hermanns und Wolfgang Nerger waren selbst an vorderster Front aktiv, als es vergangenes Frühjahr um die Erneuerung der Decke und um neue Stromleitungen ging.

Quelle: NGZ
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