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Rommerskirchen
Kämmerei kehrt Altlasten aus

Rommerskirchen: Kämmerei kehrt Altlasten aus
Die kommissarische Kämmereileiterin Nadine , Bürgermeister Martin Mertens und Finanzchef Bernd Sauer sind dabei, Altlasten zu beseitigen und Versäumnisse aufzuarbeiten. Für die Jahresabschlüsse 2011 und 2012 ist es 5 vor 12. Foto: ATI FOTO: Simsek
Rommerskirchen. Finanzchef Bernd Sauer will spätestens im September die Haushaltsabschlüsse für die Jahre 2011 und 2012 vorlegen. Von Sebastian Meurer

Die fehlenden Jahresabschlüsse für 2011 und 2012 halten die Mitarbeiter der Kämmerei auch während der Sommerferien in Atem. Seit dieser Woche gibt es die von den Mitarbeitern erbetene externe Verstärkung. Drei mit der auch im Rommerskirchener Rathaus verwendeten Software "proDoppik" vertraute Experten der Kämmerei aus Dormagen waren am Mittwoch erstmals als Berater im Rathaus.

"Ein bis zwei Mal in der Woche" werden sie künftig in Rommerskirchen sein, sagt Finanzchef Bernd Sauer. "Es handelt sich ausschließlich um Leute, die schon einmal einen Jahresabschluss mit diesem System gemacht haben", macht der Kämmerer deutlich, dass hier eins der zentralen Probleme für die Verzögerung liegt. Der Rat hatte in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause recht gelassen zur Kenntnis genommen, dass das vorab proklamierte Ziel nicht erreicht wurde, bis Juni den Abschluss für 2011 und bis August den für 2012 vorzulegen.

Ursächlich für die Verzögerung ist Bernd Sauer zufolge einerseits die längerfristige Erkrankung einer erfahrenen Mitarbeiterin. De facto ruhe die Erstellung der Abschlüsse derzeit auf den Schultern zweier Mitarbeiter, so Sauer. Nadine Simsek ist seit August 2014 für die Gemeinde tätig und inzwischen kommissarische Kämmereileiterin. Sie, Jörn Hörchens und die erkrankte Mitarbeiterin konnten bis Dezember 2014 die gleichfalls fehlenden Jahresabschlüsse 2009 und 2010 fertigstellen. Dabei wurden Überstunden en masse fällig. Bürgermeister Martin Mertens spricht von einer "Meisterleistung" der Kämmerei-Mitarbeiter, "es in der kurzen Zeit erfolgreich geschafft zu haben". Ansonsten gehe es nun darum, "die Versäumnisse der Vergangenheit aufzuarbeiten", so Mertens, der das Ganze ebenso wie Bernd Sauer durchaus mit einem Kehraus vergleicht. Die Ursache dafür , dass die Mitarbeiter um externe Unterstützung gebeten haben, liegt nicht zuletzt daran, "dass gerade beim 2011-er-Abschluss auf neue Software umgestellt werden musste", sagt der Finanzchef. Damals folgte die Gemeinde dem Beispiel Dormagen und ersetzte das Softwareprodukt KIRP durch das System "proDoppik". Bei der Schulung der Mitarbeiter "ist nicht alles optimal gelaufen", sagt Sauer mit Blick auf die Umstände der Software-Umstellung. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke hatte der Gemeinde in Aussicht gestellt, den Haushalt 2015 erst zu genehmigen, wenn die Abschlüsse 2009 bis 2012 fertig sind.

Ein Ultimatum ist hierin jedoch nicht zu sehen, wie Bernd Sauer erklärt: "Die vorläufige Haushaltsführung ist auch bei anderen Kommunen üblich", sagt der Finanzdezernent. Vorliegen sollen die Abschlüsse nun im September. "Wenn es geht, natürlich früher", sagt Nadine Simsek. Sauer pflichtet ihr bei: "Ich würde würde mich freuen, wenn wir es im August schaffen, aber das stand nach dem ersten Gespräch mit den Vertretern der Dormagener Kämmerei noch nicht fest", warnt Sauer vor überzogenen Erwartungen.

Quelle: NGZ
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