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Rommerskirchen
Kastanien-Schüler ernten eigenes Gemüse

Rommerskirchen: Kastanien-Schüler ernten eigenes Gemüse
Arwen und Josua sind gern "auf dem Acker". Am besten gefällt ihnen, wenn sie das Gemüse ernten können. FOTO: Anja Tinter
Rommerskirchen. Knallrote oder gelbe Tomaten, mehrere Kilo schwere Zucchini - das Ackerbauprojekt der Kastanienschule trägt erste Früchte. Von Anneli Goebels

Das Wichtigste, bevor es auf den Schulacker geht: Die Ackerschuhe anziehen. Das können Gummistiefel oder aber feste Schuhe sein. Dann werden Eimer, Schuffeln, Harken und Gießkannen aus dem schuleigenen Schuppen geholt. Und los geht's zum nur wenige Meter von der Schule entfernten 200 Quadratmeter großen Acker der Hoeninger Kastanienschule.

Das Land gehört Bauer Bernd Olligs. Er hat es der Schule zur Verfügung gestellt. Denn die nimmt jetzt im ersten Jahr an der sogenannten "GemüseAckerdemie" teil. Hinter der "Ackerdemie" verbirgt sich ein Verein mit Sitz in Potsdam, der sich zum Ziel gesetzt hat, das Bewusstsein in der Gesellschaft bezüglich der Produktion von Lebensmitteln sowie gesunder und wertschätzender Ernährung zu stärken. Und dafür angeboten wird u.a. die "GemüseAckerdemie". "Unser Schulpflegschaftsvorsitzender Dirk Decker kannte das Projekt und hat alles in die Wege geleitet", sagt Schulleiterin Gabi Domhof. Dazu gehörte auch, dass die Lehrerinnen erst einmal entsprechende Schulungen machen mussten. "Denn wir konnten ja nicht einfach aufs Feld gehen und loslegen", so Domhof weiter. Seit April gehen die Dritt- und Viertklässler abwechselnd im Rahmen des Sachkundeunterrichts auf "ihren" Acker, jäten Unkraut, pflanzen, ernten, gießen. Unterstützt wird das Projekt vom Förderverein der Schule, der die Kosten für Pflanzen und Geräte übernimmt. "Auch Eltern helfen uns. Und der Landwirt Clemens Olligs, der gerade während dieser Hitzeperioden im August unsere Pflanzen ständig bewässert hat. Ohne solche zusätzlichen Helfer ginge das alles gar nicht", sagt Domhof.

Zucchini, Kohlrabi, Kartoffeln, Mangold, Tomaten in Rot und Gelb, Salate, Radieschen, Wirsing - insgesamt 20 verschiedene Gemüsesorten werden entsprechend der Jahreszeit gepflanzt - und natürlich geerntet. Verkauft wurden die "einwandfrei biologischen" Gemüsesorten zuerst in der Offenen Ganztagsschule. "Da hatten wir dann das Problem mit den Ferien, denn auch die OGS hat drei Wochen geschlossen", sagt Domhof. Während dieser Zeit hatte sich dann die Bäckerei Faller im Ort angeboten, das Gemüse zu verkaufen. Plan war, übrig gebliebene Ware an die Rommerskirchener Tafel zu geben. "Doch es wurde alles verkauft", sagt Gabi Domhof. Der Bäckerei gefiel der Verkauf der zusätzlichen Waren so gut, dass sie angeboten hat, den Verkauf grundsätzlich zu übernehmen. Und nun wissen die Hoeninger: Donnerstags gibt es neben frischen Brötchen und frischem Brot auch erntefrisches Gemüse. Der Erlös geht an den Förderverein, der dafür neue Pflanzen kauft. Naschen ist den Schülern beim Ernten erlaubt. "Besonders beliebt ist Schnittlauch", sagt Lehrerin Christina Grysla. Den mag auch Max, aber auch Karotten und Kartoffeln. Nicht so gern mag er Unkraut jäten. "Gehört aber dazu", sagen Sementa und Cathi. Und dass gelegentlich auch die ein oder andere Raupe, die sich durch die Blätter futtert, angefasst werden muss, ist auch klar.

Quelle: NGZ
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