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Rommerskirchen
Katholiken bereiten sich auf Vakanz vor

Rommerskirchen: Katholiken bereiten sich auf Vakanz vor
Matthias Schlömer und Brigitte Holzweiler werden in den kommenden Monaten engeren Kontakt zum Erzbistum Köln halten. Sicher ist derzeit nur, dass von den katholischen Laien ab Mitte 2017 mehr Engagement gefordert ist. FOTO: A. Tinter
Rommerskirchen. Wenn Dechant Monsignore Franz Josef Freericks voraussichtlich um die Jahresmitte 2017 in den Ruhestand geht, müssen sich die katholischen Christen mehr engagieren. Die Weichen dafür werden derzeit gestellt. Von Sebastian Meurer

2017 wird Dechant Monsignore Franz Josef Freericks in den Ruhestand treten. Die katholischen Christen in der Pfarreiengemeinschaft Rommerskirchebn-Gillbach wollen dieser Situation nicht unvorbereitet begegnen. Kontakt zum Generalvikariat des Erzbistums Köln haben sie auf Initiative des Nettesheimer Martinusrats bereits 2016 aufgenommen, dennoch bleiben einstweilen noch die meisten Fragen offen.

"Uns droht eine Vakanz, da brauchen wir uns nichts vorzumachen", sagt Brigitte Holzweiler, seit gut fünf Jahren stellvertretende Vorsitzende des Pfarrgemeinderats der Pfarreiengemeinschaft. Auch wenn Franz Josef Freericks bei seinen Gesprächen im Erzbistum Signale ausgemacht hat, dass die Pfarrstelle erhalten bleibt, hält es Brigitte Holzweiler für eher "unrealistisch", von einer für die fünf Gemeinden zeitlich kaum merklichen Vakanz auszugehen. Würde sie lediglich ein Jahr dauern, wäre dies schon "sehr kurzfristig", verweist sie auf die Erfahrungen anderer katholischer Gemeinden.

Womit die Gläubigen auch in Angelegenheiten gefragt sind, die bislang mehr oder weniger ausschließlich Geistlichen vorbehalten waren. Nicht ausschließlich, aber halt auch im Zeichen der kommenden Vakanz stand das vergangene Woche zu Ende gegangene Liturgieseminar, bei dem sich interessierte Laien vertieft mit Inhalten und Formen katholischer Gottesdienste vertraut machen konnten. Sicher ist für Brigitte Holzweiler und Matthias Schlömer, seit Januar wieder stellvertretender Vorsitzender des Kirchengemeinderats aller fünf Gemeinden und in St. Martinus seit 26 Jahren stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands, dass es mehr Wortgottesdienste geben wird, da Eucharistiefeiern nun einmal nicht von Laien geleitet werden können. Die Zahl der heiligen Messen wird sich dadurch zwangsläufig reduzieren - was per se nichts Neues ist: "Schon jetzt ist es so, dass bei einer Beerdigung die Abendmesse entfällt", sagt Brigitte Holzweiler, die in der Hoeninger Gemeinde St. Stephanus wohnt.

Gänzlich ohne Seelsorger steht der Pfarreienverband auch dann nicht da, wenn Franz Josef Freericks nach 26 Jahren am Gillbach womöglich zu den Sommerferien 2017 geht: Pfarrer Norbert Müller bleibt schließlich weiter im Einsatz und in der Oekovener Gemeinde St. Briktius ist der im Februar 88 Jahre alte gewordene Hans-Günter Schönen weiterhin "Pfarrer im Unruhestand". Pfarrer Gerold Leedé ist vor einem Jahr nach Jüchen gewechselt.

Letzten Endes führt aus der Sicht von Matthias Schlömer jedoch nichts daran vorbei: "Wenn uns etwas an der Kirche und den Pfarrgemeinden liegt, muss der eine oder andere buchstäblich Hand anlegen." Gefragt sein werden dabei nicht zuletzt die Ortsausschüsse, die Nachfolgegremien der früheren Pfarrgemeinderäte in den fünf katholischen Gemeinden Rommerskirchens. Beratungsangebote des Erzbistums wie etwa Schulungen von Laien gilt es in den kommenden Monaten intensiv zu prüfen.

Quelle: NGZ
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