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Rommerskirchen
"Kein Radweg am Bahndamm"

Rommerskirchen: "Kein Radweg am Bahndamm"
Mit Fahrrad und Hund machte sich Grünen-Fraktionsvorsitzender Jupp Kirberg ein Bild vom Strategischen Bahndamm. Er rät zu "einem sensiblen Umgang". FOTO: Hans Jazyk
Rommerskirchen. Grünen-Fraktionsvorsitzender Jupp Kirberg warnt vor einer allzu ehrgeizigen Umgestaltung des Bahndamms. Verbessert werden sollten aber die Zugangsmöglichkeiten, und Bänke sollten aufgestellt werden. Von Sebastian Meurer

Der Bahndamm könnte mit einem saftigen Landeszuschuss umgestaltet werden. Genauere Details sollen erst bei einem Besuch von NRW-Umweltstaatssekretär Horst Becker im September bekanntgegegeben werden. Bei manchen Bürgern verursacht dies eine gewisse Besorgnis. Jupp Kirberg (Bündnis 90/Die Grünen) rät zu einem "sensiblen Umgang mit dem Bahndamm". Er verweist auf die Auseinandersetzung um den Abriss zweier Bahndammbrücken. "Ich habe mich vergangenes Jahr gemeinsam mit Vizebürgermeisterin Maria Peiffer für den Erhalt der Brücken engagiert", erinnert Kirberg an die Kontroverse um einen zunächst gefassten und ein halbes Jahr später rückgängig gemachten Abrissbeschluss des Rats.

Kirberg warnt vor allzu eifrigen Eingriffen. "Es muss darum gehen, die Begehbarkeit zu optimieren, ohne dabei Mittel anzuwenden, die dort nicht hingehören", sagt der Fraktionschef der Grünen. Für ihn ist der Bahndamm "ein Erholungsgebiet für Leute mit Hunden, für Sportler und Spaziergänger und gelegentlich auch Radler". Dabei sollte es nach seiner Auffassung auch bleiben: " Man sollte die Finger davon lassen, hier einen offiziellen Radweg anzulegen – es sollte weiterhin ein Waldweg bleiben."

Für abwegig hält er die Schaffung so genannter Fahrradschnellwege: "Das ist für das Ruhrgebiet vorgesehen. Hier können die gar nicht angelegt werden. Dafür müsste es eine Beleuchtung geben und der Weg müsste geteert werden", sagt Kirberg. Abgesehen vom Aspekt des Naturschutzes sei das sinnlos, denn "der Bahndamm ist kein Verbindungsweg zwischen den Orten, sondern läuft an ihnen vorbei".

Bei aller Reserve gegenüber großen Veränderungen sieht aber auch Kirberg Möglichkeiten, den Freizeitwert des Bahndamms zu verbessern, wobei "hier auch die Bürgerstiftung tätig werden könnte". Diese hatte von der Sparkasse Neuss 20 000 Euro zur Investition in den Damm erhalten. "Der Waldweg ist in Teilen matschig, wenn es geregnet hat und nicht betretbar. Andere Teile sind zugewachsen und auch für Radler nicht befahrbar", beschreibt der Grünen-Politiker. Um "mehr Platz in der Breite zu gewinnen", würden es die Bündnisgrünen "begrüßen, wenn die Gemeinde angrenzende Parzellen aufkaufen und aufwalden würde". Neben günstigeren Zugangsmöglichkeiten hält Kirberg auch "mehr Bänke" für erstrebenswert. Immer noch nähmen viele Einwohner den Bahndamm als "betretbaren Freiraum" gar nicht wahr, weil es an zu wenigen Stellen Zugang gebe und Rastplätze fehlten. Wünschenswert wäre auch, den Strategischen Bahndamm in seiner Eigenschaft als "Kunstweg" bekannter zu machen. Immerhin befinden sich auf ihm sieben Skulpturen des Bildhauers Ulrich Rückriem – drei davon auf Rommerskirchener Gebiet.

Quelle: NGZ
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