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Rommerskirchen
Kirche sucht einen neuen Freiwilligen

Rommerskirchen: Kirche sucht einen neuen Freiwilligen
Der FSJ-ler Matthias Burtscheidt hilft zurzeit auch beim Aufbau der offenen Zelte für die Open-Air-Veranstaltungen beim Frixheimer Sommer an der evangelischen Kirche. FOTO: Anja Tinter
Rommerskirchen. Matthias Burtscheidt (19) hat noch anderthalb Monate Dienstzeit in seinem Freiwilligen Sozialen Jahr vor sich. Ab dem 1. September stünde die evangelische Gemeinde dann allerdings ohne einen dringend benötigten Ehrenamtler da. Von Sebastian Meurer

Bei der evangelischen Gemeinde gehörte ein "Zivi" Jahrzehnte lang dazu wie das Amen in der Kirche. Seit vor fünf Jahren der Wehr- und damit zugleich der Zivildienst abgeschafft wurde, spielt statt des "Zivi" nun der "FSJ-ler" eine gleichermaßen wichtige Rolle. Dabei handelt es sich um junge Ehrenamtler, die ein Freiwilliges Soziales Jahr ableisten. Seitdem ist auch die Situation für die Rommerskirchener Protestanten schwieriger geworden.

"Die Zivildienstleistenden sind zeitweise ja zugewiesen worden", verweist Pfarrer Thomas Spitzer auf den heute hinfälligen Aspekt, dass der Zivildienst Pflicht für diejenigen war, die den Wehrdienst verweigert hatten. Hinzu kommt, dass es unter dem Strich wohl weniger FSJ-ler gibt als früher "Zivis". Die evangelische Gemeinde hat seit 2011 in manch einem Jahr verstärkt Ausschau nach einem solchen Ehrenamtler halten müssen. Diesmal ist es nicht anders. Einen Nachfolger für Matthias Burtscheidt (19), der seit 1. September vorigen Jahres bei der Gemeinde mitarbeitet, gibt es noch nicht. Matthias Burtscheidt, der 2015 am Knechtstedener Norbert-Gymnasium Abitur gemacht hat, ging "klassisch" vor und las Inserate, wobei er auf die evangelische Gemeinde stieß. Der "kleine Dienstweg" ökumenischer Zusammenarbeit spielte bei ihm keine Rolle: Zwar ist Burtscheidts Vater Manfred Vorsitzender des Pfarrgemeinderats in der Pfarreiengemeinschaft Rommerskirchen-Gilbach, doch die Bewerbung bei der evangelischen Gemeinde ging allein auf Matthias Burtscheidts Kappe. Nach der Schule ein Freiwilliges Soziales Jahr abzuleisten, war ihm wegen des sozialen Aspektes wichtig. "Es ist ein idealer erster Arbeitsplatz, wenn man Menschen hilft", sagt der Rommerskirchener. Einen "normalen" Arbeitstag mit geregelten Arbeitszeiten kennenzulernen, sei für ihn eine Umstellung gewesen, "aber es hat mir sehr gut getan", resümiert Burtscheidt, der sich an St. Peter als Messdiener engagiert und sich ansonsten gern mit Freunden trifft oder Videospielen widmet. Bei seiner jetzigen Tätigkeit sei es "eine ganz andere Verantwortung als in der Schule", sagt der angehende Student der Politikwissenschaft, der in Trier studieren möchte, was indes noch nicht sicher ist. Matthias Burtscheidt fährt nicht nur donnerstags den Gemeindebus, mit dem er in ganz Rommerskirchen die Teilnehmer der populären Seniorennachmittage in Eckum abholt. Büroarbeiten und Hausmeistertätigkeiten sorgen ebenso für ein abwechslungsreiches Programm wie die offiziellen Gratulationen bei (hoch-)betagten Gemeindemitgliedern oder die Arbeit mit Flüchtlingen.

Die hat sich bei der evangelischen Gemeinde allein schon dadurch intensiviert, dass seit einigen Monaten gleich nebenan in der ehemaligen Schule an der Kastanienallee Flüchtlinge einquartiert wurden. Viele Aufgaben, die einen neuen FSJ-ler dringend nötig machen. Wobei Thomas Spitzers schon vor Jahren formulierte Devise nach wie vor gültig ist, "dass das Mädchen für alles ruhig auch mal ein Mädchen sein darf".

Quelle: NGZ
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