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Rommerskirchen
Kita-Beiträge werden nicht zurückgezahlt

Rommerskirchen: Kita-Beiträge werden nicht zurückgezahlt
Für die Kinder im "Abenteuerland" - vorne Felix mit Helm, Fabian mit Schubkarre, rechts Laura - wurde während des Streiks vor zwei Monaten eine Notgruppe eingerichtet, die aber nur von 25 Jungen und Mädchen genutzt wurde. FOTO: ANJA Tinter
Rommerskirchen. Gemeinderat beschließt ein "Kommunikations- und Krisenkonzept" für einen neuerlichen Streik. Von Sebastian Meurer

Sollte es im Herbst zu einem erneuten Streit in der Ansteler Kindertagesstätte "Abenteuerland" kommen, wird es ein neues Kommunikations- und Krisenkonzept" geben. Hierfür sprach sich der Rat auf Antrag der CDU-Fraktion aus. Die Weichen hierfür stellte die Verwaltung tags zuvor bei einem Gespräch mit besorgten Eltern, an dem neben Dezernent Elmar Gasten und Amtsleiterin Monika Lange auch Kreisjugendamtsleiterin Marion Klein teilnahm.

Nach der gerade erbittert geführten Diskussion um die Folge des Streiks vor zwei Monaten ging es im Rat jetzt schon fast friedlich zu. Von der Verwendung während des Streiks nicht gezahlten Gehälter der Erzieherinnen oder eingesparter Elternbeiträge für Investitionen in die Kita war keine Rede mehr. Die CDU gab sich sichtlich Mühe, eine Neuauflage des heftigen Disputs im Juni zu vermeiden.

Im Vorfeld der Sitzung hatte sich Bürgermeister Martin Mertens mit der Bitte an Landrat Hans-Jürgen Petrauschke gewandt, mäßigend auf den Ansteler CDU-Ratsvertreter Holger Hambloch einzuwirken. Denn Hambloch hatte sich im Juni vehement in die Diskussion einer Gruppe von Müttern mit der Verwaltung eingeschaltet. Eine der Wortführerinnen, bisher Vorsitzende des Elternrats, hat inzwischen ihren Rücktritt erklärt. "Sie distanziert sich und habe nie an eine Politisierung gedacht", fasste Elmar Gasten ihre Beweggründe zusammen. "Sie instrumentalisieren die Bürger. Das ist verantwortungslos", warf Udo Flegel (SPD), langjähriger Vorsitzender des auch für die Kindergärten zuständigen Bildungsausschusses, Hambloch vor. Hätte es wirklich Probleme während des Streiks gegeben, "hätten die Eltern zum Telefonhörer greifen und schnelle Hilfe bekommen können", so Flegel.

Die Kritik blieb öffentlich unerwidert, umso höher ging es während der Sitzungspause her. Hambloch präsentierte sich während der Diskussion eher handzahm: "Es ist gut gelaufen", meinte er mit Blick auf die Erzieherinen während des Streiks. Auf Attacken gegen die Verwaltung verzichtete er im Rat. Schon im Herbst 2014 stand er im Mittelpunkt, als es um die Verkehrssituation am "Abenteuerland" ging.

Wissen wollte die CDU schließlich noch, wie hoch die Summe der wegen des Streiks nicht ausgezahlten Löhne und Gehälter sei. Der Betrag liegt laut Kämmerer Bernd Sauer bei rund 8700 Euro. Auch hier mochte die CDU nicht mehr aufs Ganze gehen: Auf Nachfrage von Johannes Strauch (SPD), warum die CDU dies habe wissen wollen, meinte Gabi Paulus, neue Stellvertreterin von Fraktionschef Willmann, dies sei halt aus Interesse geschehen. Unerwähnt blieb, dass es im Juni in diesem Zusammenhang noch um eine sinnvolle Verwendung dieses Gelds zugunsten des Kindergartens gegangen war.

Toni Berheide, beim Kreisjugendamt zuständig für die Tagesstätten, bezeichnete das "Abenteuerland" als "eine Vorzeige-Einrichtung". "Die schwierige Situation" beim Streik sei "gut gemeistert" worden, so Berheide Auch mit Blick auf einen neuerlichen Streik, betonte er, "dass man so so etwas im Vorfeld nur schwer üben kann".

Quelle: NGZ
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