| 00.00 Uhr

Rommerskirchen
Königsschuss mit Licht statt Kugeln?

Rommerskirchen: Königsschuss mit Licht statt Kugeln?
Der Schießstand im Keller ist nun wohl Vergangenheit: Schießmeister Aloys Odenthal (l.) und Präsident Peter Mahr (r.) machen sich Gedanken über die zukünftige Nutzung des Raumes. FOTO: Lothar Berns
Rommerskirchen. Der Schießstand der Ansteler Schützen bleibt dauerhaft geschlossen, weil die Umbaukosten zu hoch gewesen wären. Zukünftig ist für die Bruderschaft in der Halle auch ein Königsschießen mit dem Lasergewehr denkbar. Von Bernd Rosenbaum

Der Schießstand für Kleinkaliber im Keller der Ansteler Schützenhalle an der Lindenstraße wird wohl nicht mehr in Betrieb genommen. Die Verhandlungen mit den befreundeten Schießvereinen seien erfolglos geblieben. Das teilte der Präsident der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft, Peter Mahr, jetzt mit. "Es konnte keine Übereinkunft getroffen werden", so Mahr.

Im Herbst vergangenen Jahres hatte die Kreispolizeibehörde Neuss den Schießstand offiziell geschlossen, weil die Anlage nicht mehr den aktuellen Sicherheitsanforderungen entsprach. "2012 hat der Landtag von Nordrhein-Westfalen neue Richtlinien und Gesetze verabschiedet", sagt Mahr. Diese stellten hohe Anforderungen an die Ausstattung und die Schutzvorrichtungen von Kleinkaliber-Ständen.

"Wir hätten den Raum komplett umbauen und als Schießstand neu genehmigen lassen müssen", erklärt der Präsident. Viele der Arbeiten hätten dabei von Fachfirmen ausgeführt werden müssen und wären in Eigenleistung durch Vereinsmitglieder nicht zulässig gewesen. Entsprechend hätte das Projekt wohl mindestens 30.000 Euro gekostet.

Nach der Schließung durch die Polizei habe es zunächst Überlegungen gegeben, in Kooperation mit anderen Schießvereinen den Stand zu erhalten und entsprechend den neuen Anforderungen zu modernisieren. "Sechs verschiedene Vereine haben bei uns bisher ihre Wettbewerbe ausgetragen", sagt Mahr. Mit vier von ihnen sei man in Verhandlungen getreten. Denkbar wäre gewesen, dass die Ansteler Bruderschaft nur den mindestens 25 Meter langen und acht Meter breiten Raum langfristig zur Verfügung stellte und sich die Vereine verpflichteten, den Umbau weitgehend auf eigene Kosten zu übernehmen, ein Zuschuss der Bruderschaft nicht ausgeschlossen. Doch mehrere Vereine hatten zwischenzeitlich mit ihren Wettbewerben wohl Unterschlupf auf anderen Schießständen gefunden und an einer Kooperation kein Interesse mehr.

Nun soll der Kellerraum einer anderweitigen Nutzung zugeführt werden. "Eine Idee ist, ihn als Probenraum für Musikbands einzurichten. Möglichen Anwohnerprotesten wegen zusätzlicher Lärmbelastung konnte Mahr gleich den Wind aus den Segeln nehmen: "Die Bruderschaft wird bemüht sein, die Lärmemission im Vergleich zu heute deutlich zu senken." Möglich sei aber auch ein Lagerraum, so der Präsident.

Ihre Wettbewerbe will die Bruderschaft, die aktuell rund 160 aktive Mitglieder zählt, weiterhin im Ansteler Schützenhaus austragen, sei es auf dem Luftgewehr-Stand neben dem KK-Raum oder - wie zuletzt beim Patronatsfest im Januar - mittels eines Lasergewehrs. Mit einem geliehenen Modell war dabei der neue Jungschützenkönig Lucas Weckop ermittelt worden. "Das hat den großen Charme, dass das Königsschießen direkt auf der Bühne im großen Saal stattfinden kann. Für die Gäste ist das viel spannender", so Mahr. Eine Entscheidung über die Zukunft des Königschießens könnte bei der nächsten Generalversammlung im August fallen.

Quelle: NGZ
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Rommerskirchen: Königsschuss mit Licht statt Kugeln?


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.