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Rommerskirchen
Kooperation mit Jüchen hat Zukunft

Rommerskirchen: Kooperation mit Jüchen hat Zukunft
Die Tagesstätte "Gilbach-Wichtel" wird in Jüchen -Otzenrath ein "zwillingsähnliches" Pendant erhalten. Die Gemeinde hat keine Einwände, dass Jüchen dieselbe Planung nutzt. FOTO: Anja Tinter
Rommerskirchen. Dem Bau eines Jüchener Kindergartens wird dieselbe Planung zugrunde liegen wie dem für die Gillbach-Wichtel. Vorerst profitiert nur Jüchen davon, dass Rommerskirchen die Planung freigibt. Die Gemeinde denkt aber perspektivisch. Von Sebastian Meurer und Stefan Schneider

An der Bahnstraße im Jüchener Ortsteil Otzenrath wird ein neuer Kindergarten gebaut, der auf den selben Plänen basiert wie der kurz vor der Fertigstellung stehende Kindergarten am Gorchheimer Weg gleich neben der Gillbachschule in Rommerskirchen. Die Gemeinde überlässt den Jüchenern nämlich die Ausarbeitung des von ihr beauftragten Architekturbüros zur "Zweitverwertung".

Die ungewöhnliche Vereinbarung ist in der inzwischen 41-jährigen Geschichte der beiden Gemeinden in ihrer heutigen Form der anschaulichste Akt der interkommunalen Zusammenarbeit, den es bisher gegeben hat. Dabei hat auf den ersten Blick nur Jüchen einen Vorteil von dieser Kooperation - jedenfalls, wenn man lediglich die finanzielle Seite und den Faktor Zeit betrachtet. Jüchen kann zügiger mit dem Neubau beginnen, weil es seine Planungen bis zum 15. August beim Kreisjugendamt einreichen kann. Die Einhaltung dieses Stichtages ist Voraussetzung dafür, dass sich das Amt gemeinsam mit Jüchen noch in diesem Jahr um Fördermittel des Bundes bewerben kann. Würde das nicht geschehen, würde sich der Baustart geschätzt um ein halbes Jahr verzögern. Was gleichbedeutend mit organisatorischen Problemen wäre. Denn Jüchen braucht dringend und möglichst schnell reichlich neue Kindergartenplätze.

Rommerskirchen profitiert vorerst mehr ideell von der Zusammenarbeit, sieht darin aber eine gute Grundlage für eine weitere Annäherung der 20 Kilometer voneinander entfernt liegenden Kommunen. Denn vielleicht könnte künftig bei der interkommunalen Zusammenarbeit noch mehr drin sein. Das bejahen Bürgermeister Martin Mertens und sein Jüchener Kollege Harald Zillikens auch, nennen aber noch keine konkreten Projekte. Denkbar wäre zum Beispiel die gemeinsame Abwicklung von Ausschreibungsverfahren. Mertens nennt als Beispiel den Bereich der Feuerwehr. Was aber keineswegs schematisch angegangen werden kann, wie Jürgen Wolf, Haupt- und Personalamtsleiter der Gemeinde Jüchen, deutlich macht. Bei der Beschaffung von Gerätschaften müsse genau geprüft werden, ob die Feuerwehren tatsächlich jeweils dieselben Ausrüstungsgegenstände brauchten. "Auf informeller Ebene" laufe die interkommunale Zusammenarbeit "sehr gut", wie Wolf mit Blick auf einen kurzen Draht mit seiner Rommerskirchener Kollegin Susanne Garding-Maak sagt.

Was den Coup bei der "Kindergarten-Doublette" angeht, spricht Wolf von "einem Glücksfall, dass Rommerskirchen gerade eine Tagesstätte baut, die auch bei uns aufs Grundstück passt". Für den Architekten soll es keine finanziellen Vorteile daraus geben, dass seine Planung nun an zwei Standorten realisiert wird. Dies untersagt laut der stellvertretenden Rathaussprecherin Bele Hoppe ein Passus der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI).

Quelle: NGZ
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