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Rommerskirchen
Kritik der Grünen: Zu wenig Gillbach am Wanderweg

Rommerskirchen: Kritik der Grünen: Zu wenig Gillbach am Wanderweg
Josef Kirberg (Grüne) ist sauer. Er befürchtet, dass die Gemeinde den Kauf von Grund am Gillbach nicht mehr anstrebt. Die Gemeinde bestreitet das. FOTO: Berns
Rommerskirchen. Josef Kirberg und seine Mitstreiter finden, dass der Gillbachwanderweg zu selten am Namen gebenden Flusslauf entlang führe. Von Bernd Rosenbaum

Josef Kirberg fühlt sich übergangen. Statt "die Wegeführung in der Wegekommission zu thematisieren und danach dem Fachausschuss zur Entscheidung vorzulegen", wie es im März im Natur- und Umweltausschuss beschlossen worden sei, habe die Verwaltung in Bezug auf den Gillbachwanderweg eigenmächtig eine Route festgelegt, Hinweisschilder aufgestellt und per Pressemitteilung Vollzug gemeldet. Mit einem entsprechenden Antrag für die nächste Sitzung des Ausschusses heute (17.30 Uhr) im Ratssaal will Kirberg nun die übrigen Fraktionen und die Verwaltung veranlassen, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen.

Besonders wurmt Kirberg, dass die Verwaltung mit ihrem "Vorpreschen" den Eindruck erwecke, der jetzt bekannt gemachte und ausgeschilderte Verlauf des Gillbachwanderweges sei unveränderbar. Die bisherige Route führe viel zu wenig am Bach entlang. "Ein bachbegleitender Weg ist nach wie vor nicht vorhanden", regt sich der Grünen-Fraktionschef auf. "Es handelt sich bei der von der Verwaltung vorgestellten Wegeführung um einen Wanderweg durch die Dörfer der Gemeinde. Wir betrachten das als einen Etikettenschwindel, oder haben wir aneinander vorbei geredet?"

Was Kirberg aber am meisten umtreibt, ist die Sorge, die Verwaltung wolle den nun erreichten Status quo beibehalten und keine bachnahen Grundstücke zwecks Renaturierung oder Anlegen eines Schutzstreifens zum Bach mehr erwerben. Die von den Grünen geforderte "Komplettierung der Möglichkeit, den Gillbach zu bewandern, wurde durch die das Vorhaben 'abschließende' Tätigkeit der Verwaltung als beendet erklärt", glaubt der Fraktionschef: "Das Bestreben, weitere Gillbachbereiche naturnah umzuwandeln und durch die Bevölkerung erreichbar zu machen, etwa durch Zukauf von Bachabschnitten durch den Erftverband oder die Gemeinde Rommerskirchen, scheint daher nicht mehr verfolgt zu werden", wirft er der Verwaltung vor.

Dabei liegen ihm vor allem die Stellen am Herzen, an denen die landwirtschaftliche Nutzung bisher direkt bis an das Gewässer heranreicht - so am Ortsausgang von Widdeshoven in Richtung Hoeningen. Dort gebe es keinen Schutzstreifen, Düngemittel oder Pestizide würden beim Austrag aufs Feld fast zwangsläufig in den Bach gelangen.

In einer ersten Stellungnahme, die die Verwaltung der Tagesordnung zur Ausschusssitzung beigefügt hat, betont sie, "dass es sich bei dem Naturwanderweg Gillbachaue um ein sukzessiv voranschreitendes Projekt handelt und nicht mit der Anbringung der Schilder abgeschlossen ist". Die Verwaltung bemühe sich vielmehr darum, eine Wegeführung mit Bezug zum Gillbach herzustellen. "Der dazu notwendige Grunderwerb ist aufgrund finanzieller und eigentumsrechtlicher Verhältnisse nur kleinräumig möglich. Wenn weitere Wegeabschnitte entlang des Bauverlaufs [sic!] zur Verfügung stehen, ist eine Umlegung der aktuellen Wegeführung möglich."

Quelle: NGZ
 
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