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Rommerskirchen
Landgericht verhandelt Raub am Bahnhof - Opfer tauchen nicht auf

Rommerskirchen. Die Angaben der aus Algerien stammenden Angeklagten mussten von Dolmetscherinnen übersetzt werden. Die 18 und 32 Jahre alten Männer müssen sich seit gestern wegen gemeinschaftlichen Raubes und gefährlicher Körperverletzung vor der Ersten Großen Jugendkammer des Mönchengladbacher Landgerichts verantworten.

Weil die beiden Männer bereits zu Prozessbeginn durch ihre Anwälte sinngemäß erklären ließen "Zur Sache sagen wir nichts", ließ allein der Inhalt der Anklageschrift erkennen, was die Algerier im Dezember vergangenen Jahres in Rommerskirchen mit ihren Opfern gemacht haben sollen. Am späten Abend waren die Algerier damals mit dem Zug von Köln nach Rommerskirchen gefahren, so verlas die Staatsanwältin. Noch im Zug sollen sie mit zwei Mitreisenden in einen Streit geraten sein. In Rommerskirchen stiegen die vier Männer aus.

Der 18-Jährige habe seinen Gürtel aus der Hose gezogen und dann mit der Metallschnalle auf einen der mit ausgestiegenen Männer eingeschlagen. Anschließend soll der 18-Jährige den Zeugen mit einem Fausthieb bewusstlos geschlagen haben. Der andere Mitreisende wollte offenbar helfen und wurde nun von dem 32-jährigen Angeklagten im Gesicht verletzt und erlitt dabei einen Nasenbeinbruch. Das bewusstlose Opfer hatte Platzwunden am Kopf. Bei dem Raub sollen die beiden Algerier Handy und Bargeld erbeutet haben. Laut Anklage waren die Männer aber auch am 21. Dezember 2015 in Rommerskirchen mit einem anderen Mitreisenden in Streit geraten. Dann sollen die Angeklagten diesem Opfer Mund und Augen zugehalten und auf Arabisch gedroht haben, es solle nicht schreien, sonst würden sie zum Messer greifen. Diesem Opfer sollen die Täter ebenfalls zwei Handys und Bargeld abgenommen haben, so die Anklage. Anschließend seien die Täter geflüchtet. Zur Person machte allein der 18-Jährige Angaben. Nach Jahren im Heim und im Waisenhaus habe er sich allein durchgeschlagen und sei im September 2015 über Griechenland in Deutschland gelandet. Danach sollten die Opfer der Angeklagten erscheinen und ihre Aussage machen. Doch sie blieben dem Prozess unentschuldigt fern. Der Prozess wird fortgesetzt.

(ikr)
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