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Rommerskirchen
Landrat lehnt zweiten Bezirksbeamten ab

Rommerskirchen: Landrat lehnt zweiten Bezirksbeamten ab
Bleibt wohl allein auf weiter Flur: Rommerskirchens Bezirksbeamter Ralf Hoffmann und die Bürger in der Gemeinde dürfen nicht auf polizeiliche Verstärkung vor Ort hoffen. FOTO: Anja Tinter
Rommerskirchen. Die Rommerskirchener können offenbar auf längere Sicht nicht mit einer höheren Polizeipräsenz in ihrer Gemeinde rechnen. Hans-Jürgen Petrauschke sieht weder Bedarf, noch entsprechende Unterstützung durch die Landesregierung. Von Stefan Schneider

Ralf Hoffmann wird wohl Einzelkämpfer bleiben. Der Polizeihauptkommissar, der als Bezirksbeamter Streifenrundgänge übernimmt und für viele Bürger ein vertrauenswürdiger und gefragter Ansprechpartner ist, bekommt keinen Mitstreiter zur Seite gestellt. Das ist das jetzt bekannt gegebene Ergebnis eines Gesprächs, das Rommerskirchens Bürgermeister Martin Mertens im Beisein von Rechtsamtsleiter Gregor Küpper und Kriminaldirektor Hans-Werner Winkelmann mit Landrat Hans-Jürgen Petrauschke geführt hat.

"In diesem Gespräch hat Herr Petrauschke erläutert, keinen Bedarf für einen weiteren Bezirksbeamten in Rommerskirchen zu erkennen", informierte der Bürgermeister die Ratsmitglieder. Zudem habe der Landrat deutlich gemacht, dass er unter der neuen schwarz-gelben Landesregierung in Düsseldorf keinen Planstellenzuwachs erwarte, so Mertens weiter. Auch organisatorische Maßnahmen würden nicht zu einer Kapazität führen, die einen zusätzlichen Bezirksbeamten für Rommerskirchen ermöglichen würden. Selbst bei starkem Stellenzuwachs, von dem Petrauschke nicht ausgehe, würden laut Landrat die Schwerpunkte bei der Personalverteilung auf die größeren kreisangehörigen Kommunen wie Grevenbroich, Dormagen und Neuss gelegt werden, führte der Bürgermeister aus.

Mertens: "Die neue schwarz-gelbe Landesregierung wird, so Aussage des Landrates, in diesem Fall keine Verbesserung bringen. Dies ist aus Perspektive der Gemeinde äußerst bedauerlich und auch verwunderlich, da im Landtagswahlkampf Versprechungen von den Parteien der neuen Landesregierung in Bezug auf eine personelle Stärkung des polizeilichen Bezirksdienstes getätigt wurden."

Tatsächlich hatte sich in Rommerskirchen besonders die örtliche FDP-Fraktion für einen zweiten Bezirksbeamten in der Gemeinde stark gemacht und bei der Sitzung im Mai für einen entsprechenden Antrag auch die einstimmige Rückendeckung des Gemeinderates bekommen. Der Fraktionsvorsitzende der Liberalen, Stephan Kunz, hatte in diesem Zusammenhang allerdings unterstrichen, dass er den Landrat als Polizei-Chef für den Rhein-Kreis Neuss in der Pflicht sehe. Kunz damals: "Da ist Spielraum, der Landrat hat die Möglichkeit, Polizisten nach seinem Ermessen einzusetzen." Petrauschke hatte dagegen auf das Innenministerium in Düsseldorf verwiesen - und darauf, "dass der gültige ministerielle Erlass den Kreispolizeibehörden die Planstellen für den Bereich des Bezirks- und Schwerpunktdienstes mit dem Schlüssel 1:10.000 Einwohner zuweist". Rommerskirchen hat knapp 13.000 Einwohner.

Aufgeschlossen steht der Landrat laut Mertens indes einem Vorschlag des Bürgermeisters gegenüber, der zur Optimierung des Polizei-Bezirksdienstes beitragen soll: Der Bezirksbeamte Ralf Hofmann soll im Rahmen der Ordnungspartnerschaft zwischen Polizei und Ordnungsamt der Gemeinde künftig im Dienstleistungszentrum (Rathaus) für die Bürger ansprechbar sein.

Quelle: NGZ
 
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