| 00.00 Uhr

Rommerskirchen
Landwirte kämpfen gegen die Trockenheit

Rommerskirchen: Landwirte kämpfen gegen die Trockenheit
Mit einer Bewässerungsanlage muss Landwirt Hubertus Velder dafür sorgen, dass seine Kartoffelpflanzen genug zu trinken bekommen. FOTO: Lothar Berns
Rommerskirchen. Bewässerungsanlagen sollen dabei helfen, die Feldfrüchte durch die regenarme Zeit zu bringen und den Ertrag zu sichern. Von Bernd Rosenbaum

Das ist schon ein ziemlich beeindruckendes Gerät, das Hubertus Velder da auf seinem Acker stehen hat. Der knapp drei Meter hohe Apparat sorgt dafür, dass seine Kartoffelpflanzen auch in der zurzeit herrschenden, besonders regenarmen Periode genug zu trinken bekommen. Wobei, genug ist relativ. Denn gerade in den vergangenen zwei Wochen war es über weite Strecken so heiß und trocken, dass Velder selbst mit der künstlichen Beregnung kaum hinterherkam. Das Funktionsprinzip ist vergleichsweise simpel: Der Wassersprüher arbeitet wie ein großer Rund-Rasensprenger und steht auf Rädern. Ein dicker Schlauch führt bis zum Trommelgerät am Rand des Feldes, das über einen eingebauten Computer die Durchflussmenge reguliert, den Schlauch langsam aufwickelt und den Sprüher so an sich heranzieht. Auch die Tropfengröße kann eingestellt werden von dicken Tropfen bis Wasserstaub. Angetrieben wird die Trommel durch den Wasserdruck, sie benötigt also keinen eigenen Strom, der Computer bezieht seine Energie über eine eingebaute Solarzelle und eine Batterie. Die Anlage läuft so lange automatisch, bis der Sprüher am Trommelgerät angekommen ist. Dann ist Handarbeit angesagt. Das Steuergerät muss ein paar Meter weiter in die nächste Reihe versetzt und der Wassersprüher mit dem Schlauch wieder ans andere Ende des Feldes ausgerollt werden. Und da Hubertus Velder die Beregnungsanlage bei großer Hitze meist erst abends anstellen kann, damit nicht zuviel Wasser ungenutzt verdunstet, heißt das für ihn, in der Nacht regelmäßig den Wecker zu stellen, alle paar Stunden aufzustehen und die Anlage weiterzufahren.

Im vergangenen Jahr hat Velder die Bewässerungsanlage angeschafft, eine Investition im sechsstelligen Bereich. 600 Meter etwa oberarmdicke Schläuche wurden verlegt. Dabei hat er Glück, dass sich bei ihm so eine Installation überhaupt einsetzen lässt, weil seine Ackerflächen dicht beieinander liegen. Und er kann das kostbare Nass aus einem eigenen Brunnen zapfen. Ein weiterer enormer Kostenfaktor, denn an heißen Tagen versprüht die Anlage etwa 40 Kubikmeter Wasser - pro Stunde. Andere Landwirte müssen sich an der hauseigenen Frischwasserleitung bedienen. "Und es gibt vom Wasserversorger keine Sondertarife für die Landwirtschaft", erklärt Hubertus Velder. Jeder Kubikmeter kostet 1,48 Euro plus Mehrwertsteuer.

"Die Betriebe sind stärker spezialisiert als früher und daher auch anfälliger für Wetterkapriolen", sagt Velder. "Eine künstliche Beregnung kann dabei helfen, man kann damit aber auch Schaden anrichten", erklärt der Landwirt. Zu große Tropfen könnten den Oberboden zerstören. Viele Feldfrucht-Produzenten haben zurzeit mit dem Wetter zu kämpfen, weiß auch Kreislandwirt Wolfgang Wappenschmidt. "Die Vegetationszeiten haben sich im Laufe der Jahre verändert, sie liegen früher als sonst", sagt er. "Was wir jetzt brauchen ist Landregen." Den sagen Wetterfrösche erst für Donnerstag voraus.

Quelle: NGZ
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Rommerskirchen: Landwirte kämpfen gegen die Trockenheit


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.