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Rommerskirchen
Lea aus Mouilleron hilft Feisers bei der Ernte

Rommerskirchen: Lea aus Mouilleron hilft Feisers bei der Ernte
Lea Barreteau (17) aus Mouilleron le Captif nutzt die Ferien nicht zum "Chillen" , sondern absolviert ein Praktikum auf dem Spargelhof Feiser. FOTO: Anja Tinter
Rommerskirchen. Lea Barreteau aus Rommerskirchens Partnergemeinde Mouilleron le Captif ist die erste Praktikantin, die auf dem Spargelhof arbeitet. Von Sebastian Meurer

Die 2002 besiegelte Gemeindepartnerschaft zwischen Rommerskirchen und Mouilleron le Captif trägt auch über die wechselseitigen Besuche von Gastdelegationen hinaus Früchte. Ein Beispiel hierfür ist Lea Barreteau, die vergangenen Sonntag die Gelegenheit nutzte, mit den deutschen Jugendlichen nach Rommerskirchen zu fahren, die zuvor mit gleichaltrigen Franzosen aus Mouilleron eine Woche am Atlantik verbracht hatten. Die 17-Jährige ist nicht als Urlauberin nach Rommerskirchen gekommen: Vielmehr absolviert sie seit Wochenbeginn auf dem Spargel Feiser in Gohr-Broich ein Praktikum. Täglich ist sie dort von 6 bis 13 Uhr im Einsatz und zwar bei allem, was gerade anfällt. "Für mich ist es eine Premiere: Praktikanten haben wir hier nämlich noch nicht gehabt", sagt ihr Chef Willi Feiser.

Lea Barreteau wird einen Monat lang in Butzheim beim Vorsitzenden des Partnerschaftskomitees Michael Willmann und dessen Frau Iris wohnen. Auch harte Feldarbeit schreckt sie nicht: In Mouilleron le Captif hat sie 2015 bereits bei der womöglich noch anstrengenderen Mogettes-Ernte geholfen, einer Spezialität aus der Vendée, die mit den hiesigen "dicken Bohnen" vergleichbar, indes nicht identisch ist. "Es ist schön, ein Junge hat mir erklärt, was ich zu tun habe", sagt sie. Weniger schön sind die äußeren Umstände: "Es geht", lautet ihr Kommentar angesichts der in diesen Tagen nicht allein Feldarbeitern zusetzenden Hitze.

"Ich mag Deutschland", sagt Lea Barreteau, deren Vater David Vize-Chef des für sämtliche Partnerschaften von Mouilleron le Captif zuständigen Komitees ist. Im Lande ist sie denn auch nicht zum ersten Mal: In Gummerbach etwa hat Lea Barreteau, die in der Schule sieben Jahre Deutsch gelernt hat, beim dortigen Amtsgericht ein Praktikum gemacht. Was durchaus folgerichtig ist, denn die zielstrebige junge Frau will ab 1. September an der Universität in Rennes Deutsches Recht studieren. Ihr Berufswunsch: Sie will Wirtschaftsjuristin mit dem Schwerpunkt einer Zusammenarbeit mit deutschen Unternehmen werden.

Im sportbegeisterten Mouilleron le Captif mit seinem Altersdurchschnitt von unter 40 Jahren spielt Lea Barretau Basketball. Natürlich ist sie auch Fußball-Fan, wobei sie die EM-Endspiel-Niederlage der Franzosen gegen Portugal zwar überwunden hat, sie sich jedoch nach wie vor nicht erklären kann. Ansonsten drückt sie den wegen ihrer kanarienfarbene Trikots so genannten "Canaries" des FC Nantes die Daumen. Für Michael Willmann, der den Kontakt zu Willi Feiser bereits im Frühjahr vermittelt hat, ist Lea Barretau "ein lobenswertes Beispiel", das weitere Nachahmer(innen) verdiene. Dies gilt zumal auf deutscher Seite: Während es einen vergleichbaren Fall "nichtinstitutionalisierten" Austauschs schon vor einigen Jahren einmal gegeben hat, herrscht auf deutscher Seite bislang Fehlanzeige: Keine deutschen Jugendlichen, die sich allein in Mouilleron le Captif durchgeschlagen hätten.

Quelle: NGZ
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