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Rommerskirchen
Maria Peiffer vor ihrer letzten Ratssitzung

Rommerskirchen: Maria Peiffer vor ihrer letzten Ratssitzung
Vizebürgermeisterin Maria Peiffer auf der Bank an "ihrer" Brücke, für die sie 2011 auch nicht den Konflikt mit dem Bürgermeister scheute. FOTO: A. Tinter
Rommerskirchen. Ex-Bürgermeister Albert Glöckner würdigt seine langjährige Stellvertreterin Maria Peiffer als "Grande Dame des Rats". Von Sebastian Meurer

Der Countdown läuft: Am Donnerstag wird Maria Peiffer letztmals an einer Ratssitzung teilnehmen, mit Ablauf des 30. September wird sie auch nicht mehr Vizebürgermeisterin sein. Noch nimmt es die 75-Jährige gelassen, doch dass sich etwas Wehmut einstellen könnte, mag sie nicht ausschließen.

"Ich sehe es mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Es wird mich bestimmt schwer ankommen, aber es ist nun mal so", bekräftigt Maria Peiffer ihren im Mai bekannt gegebenen Entschluss, nach 36 Jahren im Rat einen Schlussstrich unter die Kommunalpolitik zu ziehen. "Es ist endgültig, und das ist auch richtig so", erklärt sie unmissverständlich. Nicht dass Maria Peiffer im Groll ginge, doch der aktuelle Zustand der Ratspolitik erschwert ihr den Abschied nicht unbedingt: "Es ist nicht so schön. Es gibt so viele Querelen auf einmal, und das Ende vom Lied ist dann doch einstimmig - das ist keine Arbeit", verweist sie auf manch widersprüchliches Phänomen im seit 15 Monaten amtierenden Rat.

In die Politik geraten war Maria Peiffer in den 1970-er Jahren, als sie sich für einen Spielplatz in ihrem Heimatort Widdeshoven engagierte. "Wir hatten das Gefühl, die Gemeinde kümmert sich nicht groß drum", erinnert sie sich. Sie wandte sich an SPD-Veteran Heinz Heyer, der sie seinerseits aufforderte, der Partei beizutreten und "es selber zu regeln" - was Maria Peiffer sich nicht zwei Mal sagen ließ. Dennoch wurde es für die frisch gebackene Ratsfrau 1979 ein langer und zäher Kampf: "Auf den Platz haben wir mehr als zehn Jahre gewartet", illustriert sie, wie dick auch in der Kommunalpolitik manch ein zu bohrendes Brett ist. Den eigenen Kopf ließ sie sich dabei nicht nehmen, wie auch der langjährige Bürgermeister Albert Glöckner 2011 beim Kampf um die letztlich doch erhalten gebliebene Bahndammbrücke an der Straße "Zur Mühle" erfahren musste. "Die Brücke gehört zu Hoeningen und zu unserer Landschaft", lässt sie keinen Zweifel daran, dass sich das Engagement gelohnt hat.

Albert Glöckner (SPD), dessen Stellvertreterin Maria Peiffer ein Jahrzehnt lang war, würdigt sie als "Grande Dame" des Rats, " der nicht nur der Respekt, sondern auch die Zuneigung aller Kolleginnen und Kollegen gehört." Glöckner zufolge "haben uns ihre vermittelnde Art, ihre Lebenserfahrung als mehrfache Mutter und ihre Bodenständigkeit sehr geholfen, im Rat auch bei strittigen Entscheidungen zu einvernehmlichen und tragenden Lösungen zu kommen."

Mit ihrem Mann Willi unternimmt Maria Peiffer seit Jahren ausgedehnte Reisen mit dem Wohnmobil. Ein bislang offener Wunschtraum bestünde nach ihren Worten darin, "die Elbe von Cuxhaven bis zur Mündung mit dem Fahrrad entlang zu fahren." Gereist wird indes erst wieder im Frühjahr und dann womöglich erst einmal ins Elsass, wie Maria Peiffer verrät. Ihr letzter Termin als Vizebürgermeisterin wird übrigens ein Heimspiel: Am 29. September feiert sie den Krönungsball in Widdeshoven mit.

Quelle: NGZ
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