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Rommerskirchen
Mietshaus Frixheim wird keine Flüchtlingsunterkunft

Rommerskirchen. Wogen geglättet: Im Beteiligungsverfahren für den Bau des Gebäudes unweit der Schule gab es keine Stellungnahmen.

Die misstönende Begleitmusik wurde immer leiser und ist am Ende (fast) völlig verstummt. Für das an der Frixheimer Straße in Regie der Gemeinde geplante Mietshaus besteht nun Baurecht. Den dafür nötigen Bebauungsplan hat der Rat bei zwei Gegenstimmen beschlossen.

Zwei flankierende Entscheidungen fasste der Rat sogar einstimmig. Gegen den Bau des Hauses mit etwa elf Wohnungen votierten die CDU-Vertreter Theo Paschen (Frixheim) und Holger Hambloch (Anstel). Diskutiert wurde im Rat über das Projekt nicht (mehr). Was noch verwunderlicher ist: Im öffentlichen Beteiligungsverfahren gab es keine einzige Stellungnahme aus der Bürgerschaft. Was Ende Januar noch ganz anders aussah: Als die Pläne der Verwaltung bekannt geworden waren, hatten sich in den sozialen Medien diverse Kritiker stark ablehnend geäußert.

Mit Störungen der Ratssitzung war zu rechnen, die Polizei und andere Ordnungskräfte waren vor Ort. Ungeachtet der angespannten Stimmung blieben größere Tumulte aus, lediglich gegen einen Störer, der sich mit Gesten und zuvor verbal beleidigend geäußert hatte, läuft vor dem Amtsgericht Grevenbroich noch ein Strafverfahren.

Das Interesse einiger Hardliner hatte damals die Tatsache geweckt, dass auch das hohe Aufkommen an Flüchtlingen dazu beigetragen hatte, den Einstieg der Gemeinde in den Mietwohnungsbau zu forcieren. Diese Situation hat sich inzwischen offensichtlich durchgreifend geändert: "Es hat mit Flüchtlingen gar nichts mehr zu tun", sagt Bürgermeister Martin Mertens. "Sogar die Wahrscheinlichkeit, dass dort Flüchtlinge einziehen, ist äußerst gering", so der Rathauschef. Schon von Beginn an falsch war Mertens zufolge die Darstellung, es sei damals ein reines "Flüchtlingshaus" geplant gewesen.

"Auf unserer Warteliste stehen sechs Familien. Fünf davon sind aus Rommerskirchen, eine aus dem Umland", so Mertens. Keine einzige sei eine Flüchtlingsfamilie. In der offiziellen Begründung für den jetzt verabschiedeten Bebauungsplan ist von rund elf Wohnungen die Rede, die bei einer zweigeschossigen Bauweise entstehen sollen. Bekräftigt wird zugleich die schon seit gut zwei Jahren vertretene Position, wonach die Gemeinde "Wohnraum nicht nur in Form von Eigenheimen, sondern auch als Mietwohnungsbau" schaffen will. Dies gilt etwa auch für das geplante Bahnhofsviertel in Eckum, wie schon seit längerem bekannt ist.

Die Lage in der Mitte zwischen Anstel und Frixheim und die Nähe zu Nettesheim und Butzheim garantiere "eine städtebaulich sinnvolle und sozial verträgliche Integration in das gemeindliche Gefüge", wie dem Bebauungsplan zu entnehmen ist.

(S.M.)
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