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Rommerskirchen
Motorradfreunde erobern den Globus

Rommerskirchen: Motorradfreunde erobern den Globus
Fest im Sattel: Die Motorradfreunde Rommerskirchen reißen im Jahr viele tausend Kilometer ab. FOTO: Anja Tinter
Rommerskirchen. Nuri Akpina von den Motorradfreunden Rommerskirchen war mit seiner BMW1150 GS sogar schon am Himalaja. Zumeist beschränken sich die Biker aus der Gemeinde jedoch bei ihrem Hobby auf Touren in Europa. Von Sebastian Meurer

Ausfahrten wie die, die beim Bikertag der evangelischen Gemeinde nach Geilenkirchen führte, sind für die Motorradfreunde Rommerskirchen eigentlich nur eine Lockerungsübung. Gehen sie einmal richtig auf Tour, dann reißen sie etliche tausend Kilometer ab. Wie etwa Volker Preß, dessen bislang letzte große Fahrt durch Nordirland und England führte, wobei natürlich auch die wegen ihrer Motorradrennen berühmte Isle of Man nicht fehlen durfte. 4000 Kilometer in knapp 14 Tagen hat er mit seiner Honda CB 1300 dabei zurückgelegt. Was die Kubikmeterzahl angeht, liegt Preß damit am oberen Ende der Skala bei den Motorradfreunden - was aber nicht viel zu sagen hat, wie Kenner wissen: "Sie fährt 220, das ist nicht sehr schnell. Andere haben weniger Kubik, dafür aber mehr PS", sagt Preß, der so etwas wie der "nicht gewählte Vorsitzende" eines gar nicht existierenden Vereins ist.

Wenngleich es sich bei den Motorradfreunden nur um einen losen Zusammenschluss von Motorrad-Enthusiasten handelt, funktioniert das Miteinander ohne Satzung, feste Tagesordnungen und Mitgliederbeiträge reibungslos: Immerhin gibt es die Motorradfreunde seit gut einem Jahrzehnt.

Touren zu organisieren, ist ihre Hauptbeschäftigung, was natürlich Solo-Exkursionen nicht ausschließt. Führend ist hier Nuri Akpina, der wohl mit Abstand am weitesten in der Welt herumgekommene aus dem Zirkel der der Motorradfreunde. Nachdem Akpina bereits 2005 Zentralasien mit seiner BMW 1150 GS bereist hatte, wollte er 2008 mit einem Polizisten aus Jülich zu den Olympischen Sommerspielen nach Peking fahren. Ein Visum für China gab es indes nicht, und so ging es nach der Anreise über den Iran und Pakistan die chinesische Grenze entlang nach Indien, durchs Hochgebirge bis in den Himalaja. "Den Mount Everest mit eigenen Augen zu sehen", war für die beiden Biker wahrlich keine schlechte Entschädigung dafür, nicht nach China gekommen zu sein. Auch in Dharamsala, dem Sitz des Dalai Lama, waren sie, wenngleich ein Besuch nicht zustande kam." Den Fahrwind habe ich schon mit sieben Jahren bei meinem Vater geschnuppert", berichtet der 60-Jährige vom Beginn seiner Leidenschaft fürs Motorradfahren, bei der er "viele Freunde kennengelernt" hat. Genug vom Reisen hat Nuri Akpina noch lange nicht: Im November plant er eine Marokko-Tour durch die Sahara, mit zwei Freunden will er 2017 noch einmal via Neu Delhi in den Himalaja - und wenn er ab 1. April 2018 im Ruhestand ist, will er sich die von Alaska bis Feuerland führende Panamericana vornehmen, die in ihrer längsten Nord-Süd-Route immerhin mehr als 25.000 Kilometer lang ist. "Ich fühle mich noch fit für die beiden großen Ziele", sagt Akpina und ist schon jetzt voller Vorfreude.

Anders als Nuri Akpina bevorzugt das Gros der Motorradfreunde es jedoch eine Nummer kleiner - wobei Fahrten durch Österreich und Südtirol bis ins ehemalige Jugoslawien ebenso ihren Reiz haben wie Touren durch die ehemaligen Ostblockstaaten.

Quelle: NGZ
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