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Rommerskirchen
Neue Schiedsfrau ist jetzt vereidigt

Rommerskirchen: Neue Schiedsfrau ist jetzt vereidigt
Simone Maschke lebt mit ihrer Familie erst seit Oktober 2015 in Anstel. Voll des Lobes ist sie über den Offenen Ganztag in der Gemeinde und die Kastanienschule: Die besuchte ihr Sohn schon, als die Familie noch in Hülchrath wohnte. FOTO: A. Tinter
Rommerskirchen. Simone Maschke ist nach ihrer Vereidigung nun offiziell neue Schiedsfrau für die Ortschaften Rommerskirchen, Eckum, Gill, Vanikum und Sinsteden. "Soziale Verantwortung zu übernehmen" ist der Rechtspflegerin sehr wichtig. Von Sebastian Meurer

Hoch motiviert präsentierte sich Simone Maschke im April bei ihrer Ernennung durch den Rat. Nach der inzwischen erfolgten Vereidigung durch Markus Beuchel, den stellvertretenden Direktor des Amtsgerichts Grevenbroich, kann die neue Schiedsfrau für den Bereich der "Alt-Gemeinde" Rommerskirchen loslegen. Zuständig ist sie für die Ortsteile Rommerskirchen, Eckum, Gill, Vanikum und Sinsteden.

Dass sie als Rechtspflegerin schon qua Beruf eine besondere Qualifikation für dieses Ehrenamt hätte, sieht Simone Maschke anders: Auch wenn es sicher kein Schaden sei, sich mit Paragrafen auszukennen und Juristen-Deutsch zu verstehen, werde bei ihrer künftigen Tätigkeit "die Beziehungsebene das Kernproblem sein und nicht das Rechtliche", ist die gebürtige Düsseldorferin überzeugt, die seit drei Jahren beim Arbeitsgericht Mönchengladbach tätig ist und zuvor elf Jahre an den Arbeitsgerichten Wuppertal und Düsseldorf gearbeitet hat. "Oft liegt ein angespanntes Nachbarschaftsverhältnis zugrunde", weiß die neue Schiedsfrau. Dieses zu bereinigen, wäre die anzustrebende Ideallösung eines Schiedsverfahrens.

Zuständig sind Schiedsleute für die Schlichtung juristischer Bagatellstreitigkeiten, um damit die Amtsgerichte von unnötigen Prozessen zu entlasten. "Es geht darum zu schlichten, statt zu richten", beschreibt Ordnungsamtsleiter Hans Knelleken den Unterschied von Schieds- und klassischen Gerichtsverfahren. Im Mittelpunkt steht die so genannte Mediation: Streitigkeiten sollten möglichst so geschlichtet werden, dass beide Streitparteien den Vorschlag von Schiedsmann oder -frau quasi per Handschlag akzeptieren können.

Was auch bei Gericht längst eine zunehmend größere Rolle spielt: Insbesondere im Familienrecht, aber auch bei arbeitsrechtlichen Streitigkeiten wird nicht jeder Fall "durchentschieden", wenn eine gütliche Einigung möglich ist. Hilfreicher als ihre eigentliche Berufserfahrung könnte für sie als Schiedsfrau die Tatsache sein, dass sie zehn Jahre lang ehrenamtliche Richterin am Sozialgericht war, vermutet Simone Maschke. "Klassiker" in der Schlichtungstätigkeit sind in aller Regel Nachbarschaftsstreitigkeiten inklusive Beleidigungen und unter Umständen auch geringfügige Handgreiflichkeiten. Ein wichtiger Grund, sich als Schiedsfrau zu engagieren, ist für Simone Maschke auch pädagogischer Natur: "Soziale Verantwortung zu übernehmen" ist ihr wichtig, und das will sie auch ihrem zehnjährigen Sohn vermitteln. "Zwischen fünf und zehn Fälle" warten jährlich auf Simone Maschke, verweist Knelleken auf die Erfahrungswerte. Mit dem Ordnungsamt wird die neue Schiedsfrau regelmäßigen Kontakt haben: "Die Leute rufen meist erst bei uns an", erzählt Knelleken. Anders als bei Gericht, gibt es in Schiedsverfahren wenige "Stammkunden": Regelrechte Familienfehden haben sich heutzutage überlebt, nicht jedoch "hartnäckige Nachbarschaftsstreitigkeiten", wie der Ordnungsamtschef aus 40-jähriger Erfahrung weiß.

Quelle: NGZ
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