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Rommerskirchen
Parteien suchen Politiker von morgen

Rommerskirchen. Ein Blick in den Saal bei Ratssitzungen in Rommerskirchen zeigt: Es mangelt an jungen Menschen, die sich politisch engagieren. Allerdings gibt es einige - durchaus unterschiedliche - Ansätze, dies zu ändern. Von Stefan Schneider

Stephan Kunz bringt es auf den Punkt. "Altersmäßig bewege ich mich im Gemeinderat mit meinen 48 Jahren am unteren Rand", sagt der Fraktionsvorsitzende der Rommerskirchener FDP. Und Jupp Kirberg (Grüne) mit 83 Jahren der Senior in der Runde, meint: "Es macht mich traurig, dass der Rommerskirchener Rat immer älter wird."

Warum aber ist es offenkundig so schwierig, in der Gemeinde junge Leute für aktive politische Arbeit zu gewinnen? Dazu gibt es unterschiedliche Theorien - und unterschiedliche Ansätze, wie dies zu ändern wäre. Jupp Kirberg hält es für einen Nachteil, dass es in Rommerskirchen keine weiterführende Schule gibt. "Da stellt sich die Frage: Wen spricht man an?" Der Politiker, der seit fast 33 Jahren Mitglied der Grünen ist, sieht für Rommerskirchen einen Weg darin, Neubürger zu motivieren, Verantwortung für ihren Wohnort zu übernehmen. "Dabei könnte durchaus auch die Gemeindeverwaltung Impulse setzen."

Ulrike Sprenger, Fraktionsvorsitzende der UWG, bedauert, dass "vieles von dem, was wir machen, nicht wahrgenommen wird". Und: Gerade Jugendliche hätten eher kurzlebige Themen; sie zu einer kontinuierlichen Mitarbeit zu bewegen, sei schwierig. Diverse Kampagnen, die die UWG gestartet habe, um Leute zu aktivieren, hätten bislang keinen nachhaltigen Erfolg gebracht. Wie es nach Ablauf der jetzigen Legislaturperiode mit der UWG in Rommerskirchen weitergeht, "wissen wir noch nicht", sagt Sprenger ehrlich.

FDP-Chef Stephan Kunz würde gerne eine Gruppe Junger Liberaler in Rommerskirchen aufbauen. Ein 15-Jähriger aus der Gemeinde gehöre derzeit dem JuLi-Ortsverband in Grevenbroich an, ein 18-Jähriger könnte folgen, berichtet die Grevenbroicher JuLi-Vorsitzende Marina Cabibbo (28). Die JuLis böten oft Bildungsveranstaltungen zu politischen und gesellschaftlichen Themen, zu denen jeder kommen kann. Auf diese Weise würden Interessierte an Politik herangeführt, so Cabibbo. Stephan Kunz hält dafür auch Kinder- und Jugendparlamente für geeignet. "Im besten Fall mündet die neue Rommerskirchener Jugendkonferenz einmal in ein solches Gremium", sagt er. Ähnlich sieht es der Juso-Kreisvorsitzende Daniel Kober: Manche wollen erstmal Jugendarbeit machen, nicht gleich Politik", hat er festgestellt.

Die großen Parteien CDU und SPD betreiben die Nachwuchsförderung u.a. mit Zusammenschlüssen. Im Dezember wurden die Junge-Union-Verbände Grevenbroich und Rommerskirchen zu einemRegionalverband verschmolzen, bei den Jusos gibt es die "Jusos Südkreis" für Rommerskirchen, Grevenbroich und Jüchen. Der Zusammenschluss habe sich ganz klar bewährt, urteilt JU-Chef Max von Borzestowski, nicht zuletzt aufgrund inhaltlicher Überschneidungen. Und: "Dass die Junge Union in Rommerskirchen wieder wahrgenommen wird, belegt auch die Mitgliederentwicklung. So stieg die Zahl der Rommerskirchener JU-Mitglieder seit Dezember 2016 um rund 25 Prozent", sagt von Borzestowski. Kommunenübergreifend hätten allein in der letzten Wahlkampfwoche elf neue Mitglieder begrüßt werden können.

Quelle: NGZ
 
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