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Rommerskirchen
Perfekte Heinz-Erhardt-Parodien im Kulturcafé

Rommerskirchen. Andreas Neumann traf sein Vorbild nicht nur optisch, sondern auch in Sprachduktus und Habitus. Von Bernd Rosenbaum

Wenn er die Bühne betritt, ist ihm schon anzusehen, wen der Zuschauer für die nächsten zwei Stunden erwarten darf. Andreas Neumann ähnelt seinem großen Vorbild Heinz Erhardt, wie ihn gerade ältere Zuschauer kennen, schon. Geradezu verblüffend wurde es im Kulturcafé aber, als der Parodist seinen eigenen Sprachduktus und Habitus ablegte und den von Deutschlands einst wohl berühmtestem Komödianten annahm. Da schien der vor fast 40 Jahren gestorbene Erhardt plötzlich wieder lebendig.

Als Neumann sich dann selbst als "Herr Erhardt" vorstellte, um gleich zu korrigieren: "Ach nee, ich sach ja Du zu mir", oder das Publikum begrüßte, um "die Kluft, die da klafft" zu überbrücken, spätestens da wussten auch die weniger kenntnisreichen Besucher, welch sprachvirtuoser "Schelm" da einst über 20 Jahre lang auf der Bühne und im Kino unterwegs war. "Ich bin ja heute die gute alte Zeit", sagte Neumann, der 1969 die Bühne des Lebens betrat, nur zwei Jahre, bevor sein späteres Idol einen Schlaganfall erlitt. Dieser verdammte den redegewandten Erhardt bis zu seinem Tod acht Jahre später ausgerechnet zur Stummheit.

Neumann indes amüsierte das Publikum im voll besetzten Saal noch mit den Stimmen weiterer Stars von früher, unter anderem Marcel Reich-Ranicki, Heinz Rühmann, Theo Lingen, Jürgen von Manger und Inge Meysel. Mit letzterer allerdings konnte er nicht so sehr überzeugen, umso mehr hingegen als Dieter Hallervorden, dessen Stimme und Gestik dem Original schon sehr nahe kam. Leider zündeten nicht alle von Neumanns Gags, insbesondere die augenscheinlich selbst geschriebenen Wortspiele, die sich eindeutig auf die heutige Zeit bezogen. Am besten blieb er in seinem Leib- und Magenmetier, als Erhardt-Imitator. Dafür erntete er zu Recht donnernden Applaus.

Quelle: NGZ
 
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