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Rommerskirchen
Pläne für weitere Memoriam-Gärten

Rommerskirchen: Pläne für weitere Memoriam-Gärten
Weil die Nachfrage gut ist, soll der Friedhofsgarten in Nettesheim noch in diesem Jahr erweitert werden. Die Initiatoren Hermann-Josef und Bernhard Krüppel sehen ihre Erwartungen übertroffen. FOTO: Anja Tinter
Rommerskirchen. Der vor einem Jahr eröffnete Friedhofsgarten in Nettesheim kommt sehr gut an. Bislang ist er der einzige seiner Art im gesamten Rhein-Kreis Neuss. Doch Initiator Hermann-Josef Krüppel hat schon Kontakte nach Grevenbroich und Kaarst. Von Sebastian Meurer

Ein Jahr alt ist inzwischen der Memoriam-Garten auf dem Friedhof an der Martinusstraße alt. Zeit für eine erste Zwischenbilanz - und die lässt für Hermann-Josef Krüppel nichts zu wünschen übrig. "Die Resonanz ist sehr gut", sagt der Inhaber des Allrather Blumencenters Krüppel angesichts vieler Informationsgespräche, die er und sein Sohn Bernhard geführt haben.

Das übrigens nicht allein mit Rommerskirchener Bürgern: Unlängst ist in dem Friedhofsgarten auch ein Grevenbroicher bestattet worden - und dies ist kein Zufall. Kreisweit ist der Friedhofsgarten in Nettesheim nämlich immer noch der einzige seiner Art.

Die mehr als 100 Besucher hatten die Eröffnung 2014 sogar mit Sekt gefeiert. Ginge es nach Hermann-Josef Krüppel, soll die unter dem Motto "Letzte Ruhe in einem kleinen Garten" stehende Anlage in der Region nicht die letzte ihrer Art bleiben: Zumindest denkbar ist nach seinen Worten, dass auch Grevenbroich bald nachziehen könnte. "Wir haben umfangreiche Besprechungen mit der Stadt gehabt", erzählt Krüppel. Zu Kaarst gab es gleichfalls vielversprechende Kontakte, "doch dort haben sie keinen Investor gefunden", so Krüppel.

Inzwischen voll erblüht, präsentiert sich der Memoriam-Garten in Nettesheim auf einer derzeit genutzten Fläche von etwas mehr als 500 Quadratmetern. Nach Auskunft von Tiefbauamtsleiter Rudolf Reimert soll der Friedhofsgarten noch in diesem Jahr erweitert werden. Der Firma Krüppel stehen noch gut 250 Quadratmeter zur Verfügung. Bislang hat es in dem Memoriam-Garten sechs Bestattungen gegeben. "Ich hatte allenfalls mit einer oder zweien gerechnet", räumt Hermann-Josef Krüppel ein.

Bestattet wurde nicht allein aus dem "natürlichen" Einzugsbereich des Friedhofs zwischen Butzheim und Anstel, sondern auch aus anderen Teilen der Gemeinde. Bei der sächsischen Landesgartenschau in Reichenbach wurden Krüppel und sein Sohn Bernhard erstmals mit dem Konzept bekannt, das er heute als ein "Zukunftsprojekt" ansieht. In Rommerskirchen hatte die ehemalige FDP-Fraktionschefin und heutige CDU-Ratsfrau Alice Oßwald einen solchen Friedhofsgarten in der vergangenen Wahlperiode zum Thema gemacht und konnte erstmals eine einstimmige Ratsmehrheit für einen Antrag der Liberalen gewinnen.

Anlass war der vielzitierte Wandel der Bestattungskultur. Ein Motiv bestand für den Rat darin, dass viele Hinterbliebene keine Möglichkeiten haben, die Gräber ihrer Angehörigen zu pflegen. Im wöchentlich gepflegten Memoriam-Garten gibt es bis zu acht Bestattungsarten, bislang wurde ausschließlich von der Urnenbestattung Gebrauch gemacht. Die ist auch im ländlichen Rommerskirchen seit 2012 die meist gewählte Form der Beerdigung: Von mehr als 120 Beisetzungen 2014 waren rund 70 Urnenbestattungen. Die Gemeinde hat sich auf die Änderungen eingestellt. Laut Tiefbauamtsleiter Rudolf Reimert soll in den kommenden Monaten die Friedhofssatzung geändert werden.

Quelle: NGZ
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