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Rommerskirchen
Radstation macht Tafel -Räder startklar

Rommerskirchen: Radstation macht Tafel -Räder startklar
Heike Hendrich, Norbert Wrobel und seine beiden Mitarbeiter Aiman und Amin begutachten den Fahrradbestand der ADFC-Ratstation in Eckum. FOTO: Tinter Anja
Rommerskirchen. Die Flüchtlingskrise hat die Zusammenarbeit von Rommerskirchener Tafel und ADFC-Radstation intensiviert. Zwei irakische Flüchtlinge sind zu wertvollen Mitarbeitern des Fahrradbeauftragten Norbert Wrobel avanciert. Von Sebastian Meurer

Fahrräder zu reparieren ist für Norbert Wrobel erklärtermaßen eine Herzensangelegenheit. Dennoch hätte sich der seit 2004 amtierende Fahrradbeauftragte der Gemeinde seit der Eröffnung der vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) betriebenen Fahrradwerkstatt am Bahnhof durchaus hier und da einmal Hilfe gewünscht. Die hat er seit Jahresbeginn: Der 16-jährige Aiman und sein Onkel Amin waren vergangenen Herbst als jesidische Flüchtlinge aus dem Irak gekommen und arbeiten seit gut einem halben Jahr in der Radstation mit. Und zwar keineswegs als bloße Handlanger, wie Norbert Wrobel zu berichten weiß: "Sie kriegen inzwischen alles hin und haben Gefühl für das Material", erzählt er.

"Bei einem Fahrrad eine Felge zu wechseln ist schon hohe Schule. Manche bekommen das nie hin", ist Wrobel voll des Lobs für die beiden zu echten Mitarbeitern avancierten Iraker. Mit der Flüchtlingskrise intensiviert hat sich auch die Kooperation der ADFC-Radstation mit der Rommerskirchener Tafel. Fajhrräder, die bei ihr gespendet werden, leitet die Tafel unmittelbar an Norbert Wrobel weiter. "Wir bringen sie hier in einen fahrfertigen Zustand und dann zurück zur Tafel", beschreibt der Fahrradbeauftragte das Prozedere. Tafel-Kunde, ob nun Flüchtlinge oder nicht, die ein Rad benötigen, können dieses nicht bei Wrobel direkt abholen, sondern müssen sich weiterhin an die Tafel halten, deren Domizil sich ganz in Bahnhofsnähe an der Eckumer Bahnstraße befindet.

"Wer ein Fahrrad braucht, kommt auf eine Liste. Die Räder werden gegen geringe Kosten verteilt, wobei den Erlös nicht die Tafel behält", erläutert deren Vorsitzende Heike Hendrich das Verfahren. Nur durch diese Warteliste, auf der sich zurzeit gut zwei Dutzend Anwärter befinden, ist nach ihren Worten eine faire Verteilung der Räder an die Tafel-Kunden möglich. Was Ausnahmen in besonders gut begründeten Ausnahmefällen nicht vollends ausschließen muss, wie die Tafel-Vorsitzende deutlich macht. Insgesamt haben Norbert Wrobel und seine beiden neuen Assistenten auf diesem Wege bislang etwa 50 Räder in Schuss gebracht, die dann die Tafel an den Mann oder die Frau gebracht hat.

Die bestens funktionierende Zusammenarbeit zwischen Tafel und Radstation soll weiter verfeinert werden: So wird derzeit ein gemeinsames Etikett von ADFC und Tafel entwickelt. Per Stempel auf den Tickets versichert die Tafel, dass die Räder registriert sind, was den Schutz vor Diebstählen erhöhen soll. Bereits jetzt laufen bei der Tafel die Vorbereitungen für ihr erstes "Internationales Sommerfest" auf Hochtouren, das am 13. August auf dem Gelände der Gillbachschule gefeiert wird. Derzeit 35 arabische und deutsche Helfer sind im Einsatz. "Das Schöne ist, dass auch Leute Hilfe angeboten haben, die noch nie bei der Tafel gewesen sind", sagt Heike Hendrich.

Quelle: NGZ
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