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Rathaus-Randale in Rommerskirchen
Gemeinde erwartet keine Entschuldigung von Großfamilie

Rathaus-Randale Rommerskirchen: Gemeinde erwartet keine Entschuldigung
Einsatzkräfte von Polizei und Rettungsdienst vor dem Rommerskirchener Rathaus während des Einsatzes am Montag. FOTO: Anja Tinter
Die Rathaus-Mitarbeiter in Rommerskirchen erwarten keine Entschuldigung der Großfamilie, die am Montag dort randaliert hat. Der Familie drohen Anzeigen wegen Hausfriedensbruch, Bedrohung, Beleidigung und versuchter Körperverletzung. Von Klaus-Dieter Schumilas, Rommerskirchen

Eine öffentlichkeitswirksame Entschuldigungs-Zeremonie wird es zwischen Rathaus-Mitarbeitern und der Großfamilie, die am Montag im Sozialamt randaliert und damit einen größeren Polizeieinsatz ausgelöst hatte, nicht geben. "Wir erwarten keine Entschuldigung", betont Gemeinde-Sprecherin Bele Hoppe. "Wir wollen jetzt Ruhe in das Thema bringen."

Die elfköpfige Flüchtlingsfamilie aus dem Irak war am Montagnachmittag ausgerastet, hatte Mitarbeiter bedroht und randaliert. Gegenüber der "Bild"-Zeitung erklärte die Mutter (33), dass es ihr leid tue: "Unsere Familie ist in einer schwierigen Situation. Dass ich ausgerastet bin, war falsch."

Das kommt auf die Familie zu

Diese Aussage wird die Großfamilie nicht vor Konsequenzen bewahren. Das verdeutlichte Gregor Küpper, Leiter des Rechtsamts der Gemeinde. "Eine solche Aussage gegenüber Dritten hat keinerlei Auswirkungen auf das Verfahren. Gibt es eine Entschuldigung vor Gericht, ist das eine andere Sache."

Der Jurist erklärt, was auf die Familie zukommt: Die Gemeinde hat eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch sowie einen Strafantrag wegen Sachbeschädigung gestellt. Das ist nicht alles: Mehrere von der Randale betroffene Mitarbeiter stellen Strafanzeige wegen Bedrohung, Beleidigung und versuchter Körperverletzung.

Bürgermeister Martin Mertens betonte, dass solche Vorfälle grundsätzlich verfolgt werden, unabhängig davon, wer sie begangen hat und ob es eine Entschuldigung gibt. Die Polizei bestätigt den Eingang von Strafanzeigen: "Die Ermittlungen der Kripo laufen", heißt es.

"Wir haben bereits am Montag ein Hausverbot erteilt"

Da das Jobcenter für Unterstützungsleistungen zuständig ist, gibt es keinen festen Termin, zu dem die Flüchtlingsfamilie wieder im Rathaus auftauchen wird. "Wenn, dann geht es um die Wohnsituation", sagt Küpper. "Wir haben bereits am Montag ein Hausverbot erteilt. Die Familie muss schriftlich einen Termin vereinbaren, zu dem dann das Hausverbot für diese Zeit aufgehoben wird. Allerdings dürfen nur zwei Personen kommen." Zum Beispiel die Mutter und ein Dolmetscher.

Die Mutter und die älteren ihrer zehn Kinder hatten Infotafeln von der Wand gerissen, mit Einrichtungsgegenständen um sich geworfen, Mitarbeiter beleidigt und körperlich bedroht.