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Rommerskirchen
Rennradbörse lockt Fans aus Europa an

Rommerskirchen: Rennradbörse lockt Fans aus Europa an
Thomas Busch ist der Initiator der Rennradbörse in Butzheim. Der Bonner ist ein Radsport-Enthusiast und er hatte erneut Interessenten angelockt, die mit ganz besonderen Drahteseln angereist waren. FOTO: Anja Tinter
Rommerskirchen. Rund um die Begegnungsstätte Alte Schule in Butzheim waren gestern wieder historische Rennräder zu sehen. Kennern gilt die Börse als beste in Deutschland und Radsportbegeisterte kamen auch aus Frankreich und England. Von Sebastian Meurer

Als fahrradfreundliche Kommune firmiert die Gemeinde seit bald 15 Jahren, gleichwohl wird sich mancher schwer tun, nun gerade Butzheim als eine "Rennrad-Hochburg" anzusehen. Für Rennrad-Nostalgiker jedoch sind die Begegnungsstätte Alte Schule und ihr Umfeld seit Jahren feste Bezugspunkte: "Es ist die beste Ausstellung, die es in Deutschland gibt, weil sie das beste Angebot hat. Deshalb geht man hierher", beschrieb gestern Peter Planitz aus Frankfurt am Main den Stellenwert der Deutschen Rennradbörse für Kenner des Metiers.

Ins Leben gerufen hat die Veranstaltung mit dem gemeindeweit wohl größten Einzugsbereich Thomas Busch, der sie jetzt mit den gut zehn Mitgliedern des Vereins "Rennklassiker" zum siebten Mal organisiert hatte. "Ich war bei einem guten Bekannten auf einem Familienfest in der Begegnungsstätte zu Gast", erinnert sich der über 50 historische Räder besitzende Bonner Rennrad-Enthusiast an die Initialzündung: Im niederländischen Neerkant gibt es eine ähnliche Veranstaltung und derartiges sollte auch hierzulande möglich sein, meinte Busch damals und die Resonanz seit der Premiere 2010 gab ihm recht.

Auch wenn am Wochenende angesichts von Gewitter-Vorhersagen etwas weniger Aussteller und Besucher nach Butzheim kamen, waren erneut Anbieter aus Frankreich und England ebenso wie den Benelux-Ländern präsent, die ihr aus der gesamten Bundesrepublik angereistes Publikum fanden. In der Minderheit blieben demgegenüber die Butzheimer, von Ausnahmen wie Franz Wagenbach einmal abgesehen. Der frühere WDR-Kameramann erinnert sich noch an die 1950-er Jahre als es "ein Glücksfall war, wenn man einen passenden Schlauch fand". Aus Einzelteilen zusammengebaute Räder waren seinerzeit Standard, was für mehrere hundert Rennrad-Fans, die nach Butzheim strömten, auch heute noch gilt.

Zum Angebot von Peter Planitz etwa zählten fabrikneue und noch nie gebraute Bremsgriffe, die mehr als 40 Jahre alt und im Handel längst nicht mehr erhältlich sind. 180 Euro kostet ein Exemplar der von dem einstigen französischen Unternehmen "Maric" hergestellte und bei Kenner heiß begehrten Griffe. Zu sehen und zu kaufen waren natürlich auch "alte Schätze am Stück": Nicht allein Franz Wagenbach hatte es ein absolut fahrtüchtiges Rennrad aus dem Jahr 1939 angetan, das noch mit einer Karbildlampe ausgestattet war. "750 Euro sind ein fairer Preis", sagte gestern Nachmittag Eigentümer Wolfgang Martin aus Velbert, der das Rad vor einigen Jahren kaufte und zugleich den Original-Kaufvertrag mit erstand. Noch um einiges älter ist der in den USA hergestellte Tacho des Oldtimer-Rads, der es Martin zufolge auf gut 100 Jahre bringt.

Martin ist jedes Jahr in Butzheim und wird sicher auch bei der achten Auflage 2017 dabei sein. Er verweist auf die noch wenig ausgeprägte Tradition solcher Rennrad-Börsen, für die Butzheim nach wie vor eine Pionierrolle spielt. In den Niederlanden und Belgien ist die Fan-Szene noch um einiges größer: "Die Leute dort sind fahrradverrückter als die Deutschen", sagt Wolfgang Martin.

Quelle: NGZ
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