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Rommerskirchen
Rettungswagen muss schneller werden

Rommerskirchen: Rettungswagen muss schneller werden
Nachdem der Rettungswagen von Neurath ins neue Feuerwehrhaus in Frimmersdorf verlagert wurde (l. bei der Eröffnung), werden sich die Einsatzzeiten des Rettungsdienstes für Rommerskirchen voraussichtlich wieder verschlechtern. Die Feuerwache in Butzheim (r.) wäre ein möglicher Standort für einen eigenen Rettungswagen. FOTO: L. Berns/L. Hammer
Rommerskirchen. Im vierten Quartal 2014 erreichte der Rettungswagen nur in 86,8 Prozent die vorgeschriebene Frist von zwölf Minuten. Von Sebastian Meurer

In der Gemeinde soll ein eigener Rettungstransportwagen stationiert werden. Dies sieht der kürzlich vom Kreistag beschlossene rettungsdienstliche Bedarfsplan vor. Jetzt stehen noch weitere Gespräche des Rhein-Kreises Neuss mit den Krankenkassen an, die die Kosten tragen müssen. Sollten sie ergebnislos verlaufen, hätte die Bezirksregierung Düsseldorf das letzte Wort darüber, ob es in der Gemeinde einen rund um die Uhr einsatzbereiten Rettungswagen gibt.

Die jüngsten Einsatzzahlen für das vierte Quartal 2014 bestätigen Bürgermeister Martin Mertens in seiner Forderung nach einem eigenen Rettungswagens für die Gemeinde: Dort gab es, wie schon 2013, einen deutlichen Einbruch beim Erreichen des Hilfefristerreichungsgrads. Der liegt für Rommerskirchen bei zwölf Minuten, die in 90 Prozent aller Fälle eingehalten werden müssen. In den letzten drei Monaten 2014 wurde diese Frist in nur 86,8 Prozent (2013 bei 86,1 Prozent) aller Einsätze erreicht.

"Das entspricht völlig meiner Prognose", sagt Martin Mertens, der sich als Kreistagsabgeordneter wie als SPD-Fraktionschef seit Jahren federführend für einen "eigenen" Rettungstransporter in Rommerskirchen engagiert hat, und sich nun erfreut zeigt, ohne angesichts der noch offenen Fragen in Jubel auszubrechen. Dass die Zahlen im letzten Quartal 2014 nicht noch deutlicher in den Keller gingen, sei einzig dem bislang in Neurath stationierten Rettungswagen zu verdanken, der einen Hilfefristerreichungsgrad von 100 Prozent erzielte.

Was künftig nicht mehr möglich sein dürfte, wie nicht allein der Bürgermeister überzeugt ist: Der seit 1. Juli 2012 bei RWE in Neurath postierte Wagen wurde im Januar an die neue Feuerwache in Frimmersdorf verlegt, gut weitere fünf Kilometer von der Gemeinde entfernt. Innerhalb der zweieinhalb Jahre, die der Wagen in Neurath stationiert war, hat er mehr als die Hälfte aller Einsätze im Gemeindegebiet bestritten. Die zuvor vielfach miserable Bilanz konnte verbessert werden, die 90-Prozent-Quote wurde danach zumeist erreicht. Von 788 Einsätzen, die 2014 gefahren wurden, entfielen 411 auf den Wagen aus Neurath. Bei den übrigen starteten die Rettungswagen am Grevenbroicher Kreiskrankenhaus oder in Dormagen. Auch zwischen April und Juni 2014 erzielte der Neurather Wagen einen Wert von 100 Prozent. Während des ersten Quartals lag der Grad bei 97,9 Prozent und während des dritten bei 97,4 Prozent.

Kreisdezernent Ingolf Graul sprach von "abschließenden Gesprächen", die er mit den Krankenkassen führt. Bereits Ende Januar hatte er im Rettungsausschuss davon gesprochen, dass es bis zur Stationierung mindestens drei Monate dauern werde.

Quelle: NGZ
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