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Rommerskirchen
Rommerskirchen braucht mehr Bauland

Rommerskirchen: Rommerskirchen braucht mehr Bauland
Das Baugebiet Steinbrink zählt nicht mehr zu den Potenzialen. FOTO: Lber
Rommerskirchen. Im Regionalplan, der zurzeit in der zweiten Lesung ist, wird der Gemeinde Rommerskirchen von der Bezirksregierung viel weniger Raum für Wohnen und Gewerbe zugewiesen, als sie aus ihrer Sicht mittel- und langfristig benötigt. Von Klaus D. Schumilas

Die Stellungnahme, die die Gemeinde an die Regionalplanungsbehörde bei der Bezirksregierung geschickt hat, ist lang. Aus gutem Grund: Aus Sicht von Bürgermeister Martin Mertens kommt Rommerskirchen im Regionalplan, der zurzeit neu aufgestellt wird, bislang viel zu schlecht weg. "Die derzeit bestehende Wohnraumsituation entlang der Rheinschiene und die prognostizierte Dynamik wirken sich auch auf Rommerskirchen aus. Dies ist jedoch noch gar nicht berücksichtigt." Mehr noch: Im Regionalplanentwurf rechnet die Bezirksregierung mit Flächen, die schon längst bebaut sind. Unter dem Strich müssten, so Mertens, der Gemeinde zwölf Hektar mehr Wohnbauflächen zuerkannt werden.

Der Regionalplanentwurf stellt für die Gemeinde einen errechneten Bedarf von 655 Wohneinheiten in den nächsten 15 Jahren dar. Dieser soll über Reserven im Flächennutzungsplan (FNP) und im Allgemeinen Siedlungsbereich gesichert werden. Mertens fordert, aktuelle Daten zu nutzen, da sich seit dem Siedlungsmonitoring von 2012 "die Flächenverhältnisse in vielen Gemeinden sehr stark weiterentwickelt haben". Es ergebe sich ein "vollkommen verzerrtes Bild". Beispiel: Von den im Regionalplanentwurf genannten zehn Hektar stünden faktisch nur drei Hektar für eine zukünftige Entwicklung zur Verfügung. Mertens: "Die restlichen Flächen sind bereits überplant und bebaut, wie zum Beispiel das Baugebiet Gillbachstraße." Ein anderes Beispiel ist Frixheim/Anstel: Dort wird eine drei Hektar große Fläche ausgewiesen, "die sich zwar grundsätzlich für eine Bebauung anbietet, sie aber derzeit aufgrund der Eigentumsverhältnisse nicht als Bauland umgesetzt werden kann". Auch das Baugebiet Steinbrink dürfe nicht mehr zu den Potenzialen gerechnet werden. Die entsprechende Auflistung der Gemeinde weist schon jetzt ein Defizit von zehn Hektar für 244 Wohneinheiten aus. Die müsse um die Flächen "Teebaum" und "Kirchstraße" erweitert werden.

Auch fordert die Gemeinde, für Rommerskirchen andere, niedrigere Dichtewerte anzusetzen. Die Bezirksregierung nehme 25 Wohneinheiten für einen Hektar an, dies sei aber in einer so ländlich geprägten Region, wo es kaum verdichteten Wohnungsbau gebe, "nicht umsetzbar". Sinnvoll wäre vielmehr ein Dichtewert von 20 Wohneinheiten pro Hektar. Um langfristig planen zu können, wäre es aus Sicht der Gemeinde sinnvoll, so genannte "Sondierungsflächen" auszuweisen. Mertens nennt Flächen von 40 Hektar, die allesamt am östlichen Ortsrand von Rommerskirchen liegen - "das wäre eine sinnvolle Weiterentwicklung von Eckum".

Unzufrieden ist man auch mit dem Umgang des "Überschwappeffektes". Den gebe es nicht nur in Düsseldorf, sondern auch in Köln. Dass deren Entwicklung nicht in die Bedarfsentwicklung miteinbezogen werden, sei "rational nicht nachvollziehbar".

Quelle: NGZ
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