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Zwei Zehnjährige aus Rommerskirchen unter Verdacht
Grundschulrektorin entsetzt über Vandalismus

Rommerskirchen: Zehnjährige Vandalen? Schulleiterin ist ensetzt
Rektorin Gabriele Domhof zeigt Überbleibsel der schweren Sachbeschädigungen in der Kastanienschule: Schmierereien an einem Pavillon. In der Schule und der Mensa hatten die Täter weit schlimmer gewütet. FOTO: Marcus Hammes
Rommerskirchen. Noch steht nicht fest, ob die beiden von der Polizei verdächtigten Zehnjährigen wirklich für die schweren Beschädigungen in der Kastanienschule in Rommerskirchen verantwortlich sind. Gabriele Domhof spricht vom gravierendsten Fall in 23 Jahren als Rektorin. Von Stefan Schneider

Ab dem frühen Samstagabend konnte Gabriele Domhof ihren Wochenendausflug mit dem Kirchenchor ins Sauerland nicht mehr genießen. Da erreichte die Rektorin der Kastanienschule in Hoeningen der Anruf einer Kollegin, die ihr von den schweren Sachbeschädigungen in der Grundschule und der Mensa an der Stephanusstraße berichtete. "Einen derart gravierenden Fall habe ich in 23 Jahren als Schulleiterin noch nicht erlebt. In den ersten 15 Jahren hatte es noch nie Einbrüche gegeben, seitdem aber schon vier oder fünf", sagte Domhof im Gespräch mit unserer Redaktion. Dazu, ob die beiden zehnjährigen Jungen, die die Polizei nach einer Zeugenaussage als Täter im Verdacht hat, von ihrer Schule stammen, mochte sie nichts sagen. Laut Polizei streiten die Jungen die Vorwürfe ab.

Höhe des Schadens noch nicht bekannt

Wer auch immer für den Einbruch in das Schulgebäude verantwortlich ist, bei dem eine Außentür geknackt wurde: Er demonstrierte eindrücklich, dass er vor fremdem Eigentum keinen Respekt hat. Sogar ein Feuer war entzündet worden, weil die Eindringlinge im Lehrerzimmer Schriftstücke verbrannt hatten. Aufgeschlitzte Stuhllehnen, ein lädierter Kopierer, ein entleerter Feuerlöscher und weiteres beschädigtes Schulinventar ließen die Täter zurück. In der Mensa und der Küche tobten sie sich mit Tomatenketchup aus, das sie großflächig in den Räumen verteilten. Rommerskirchens Dezernent Elmar Gasten kann die Höhe des Schadens noch nicht beziffern, er sei aber auf jeden Fall beträchtlich. Gasten geht davon aus, dass die Kosten erstattet werden. Jedenfalls sei die Gemeinde gegen Einbrüche in Schulgebäude versichert. "Wir prüfen jetzt, was die Ersatzbeschaffung von zerstörten Gegenständen kostet", sagte Gasten.

Ein großes Lob hatten er und Schulleiterin Domhof für die Reinigungskräfte parat, die schon am Sonntag angerückt waren, um aufzuräumen und sauber zu machen. "Die Putzkolonne hat ganze Arbeit geleistet", urteilte Gasten, und Domhof schloss sich an: "Die Putzfrauen haben Wunder bewirkt und sogar die Gardinen gewaschen. Die Vandalismus-Spuren sind fast komplett beseitigt." Nur eine Stofftapete in der Mensa habe sich auf die Schnelle nicht reinigen lassen, auch die Rückseite eines Pavillons am Schulgelände weist noch Schmierereien auf.

Unterricht läuft wieder normal

Dank des großen Einsatzes der Reiniger konnte der Schulbetrieb am Montag praktisch normal laufen, zumal ohnehin zwei Klassen auf einem Ausflug unterwegs waren. Die meisten Kinder, die von den Vorfällen erfahren hatten, hätten zurückhaltend reagiert, berichtete Gabriele Domhof. Ein Thema sollen die Verwüstungen auch bei einem Elternabend sein, den die Kastanienschule ungeachtet der Schäden wie geplant am Dienstagabend abhalten will.

Die Polizei setzt ihre Ermittlungen in der Angelegenheit unterdessen fort, wie Sprecherin Daniela Dässel auf Anfrage mitteilte. Der Tatverdacht gegen die beiden Kinder bestehe weiterhin, aber bis zum Nachweis gelte selbstverständlich die Unschuldsvermutung.

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